Zwei Außenminister, die sich gut verstehen

Von Heide Newson.

Er ist häufig in Brüssel, aber meistens im Rahmen der Europäischen Union unterwegs. Jetzt galt sein Besuch dem Königreich Belgien und den deutsch-belgischen Beziehungen. Die Rede ist von Deutschlands Außenminister Heiko Maas, der am 18. März in den Egmont-Palast geeilt war, um an der Seite seines belgischen Kollegen, Didier Reynders, und wichtigen Vertetern aus Industrie- und Wirtschaft an der Deutsch-Belgischen Konferenz teilzunehmen, die unter dem Motto Energie, Mobilität und Digitalisierung stand.

Maas bedankte sich für die Einladung und fand gleich die richtigen Worte. Meist sei er ja im Rahmen der Europäischen Union in Brüssel unterwegs. Und die EU sei ja auch das erste, was den Leuten, zumindest in Deutschland einfiele, wenn sie Brüssel hören,“ sagte er. „Und mit Brüssel verbinden sie vor allen Dingen, eins, nämlich die Hauptstadt Europas.“

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das dem ein oder anderen Belgier oder der Belgierin ab und zu auch ein wenig auf die Nerven geht, denn letztendlich ist Brüssel ja vor allen Dingen erst einmal die Hauptstadt ihres Landes. Aber ich finde auch, die Hauptstadt von 500 Millionen Europäerinnen und Europäern zu sein, oder als solche angesehen zu werden, durchaus etwas ist, worauf man stolz sein kann.“

Das Epizentrum der EU

In keinem anderen Land könne er sich das Epizentrum der EU besser vorstellen als hier. Denn die Belgier seien vor allen eins, nämlich geborene Förderalisten. Er wisse natürlich, dass das mit dem Förderalismus nicht immer so einfach sei, aber die Erfahrung des immer neuen Aushandelns und Austarierens verschiedener Interessen und Mentalitäten auf unterschiedlichen Ebenen, noch dazu in drei Sprachen, mache die Belgier zu wirklich wahren Europäern.

Den Brexit wolle er nicht in den Mund nehmen, aber mit Blick auf das, was man gerade andernorts innerhalb der EU erlebe, sehe man am Beispiel Ungarn, wie wichtig es für Deutschland sei, belgische Freunde als verlässliche Partner an Deutschlands und Europas Seite zu wissen.

Und zu seinem verlässlichen Freund zählt er Didier Reynders schon längst, mit dem er sich locker vom Hocker duzte, was der gesamten Konferenz eine sehr menschliche und entspannte Atmosphäre verlieh.

Energie, Mobiltät und Digitalisierung

Bei den Vereinigten Nationen, zu einem Zeitpunkt wo Belgien und Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Polen und Großbritannien im Sicherheitsrat sitzen, arbeite er sehr eng mit Belgien zusammen. Und ich danke dir, lieber Didier, dass du vor einigen Wochen uns alle, die Außenminister der Europäer im Sicherheitsrat hier in Brüssel zusammengerufen hast, um drüber zu reden, wie wir alles noch besser organisieren können.

Ansonsten stand die Konferenz, die von Belgiens Wirtschaftsminster Kris Peeters eröffnet worden war, und aus dem zahlreiche Entscheidungsträger aus Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft teilnahmen, ganz im Zeichen der Energie, Mobiltät und Digitalisierung. Und in diesen Bereichen wollen Deutschland und Belgien künftig noch intensiver zusammen arbeiten.

Deutschland sei der wichtigste Handelspartner Belgiens, aber mit Rang neun sei Belgien auch ein wichtiger Wirtschaftspartner für Deutschland. Belgische Unternehmen, so Reynders weiter, würden 39 000 Arbeitspätze in Deutschland sichern, während die vielen deutschen Unternehmen in Belgien 85.000 Mitarbeiter beschäftigten. Als ein deutscher Industrievertreter dann Antwerpen als deutschen Hafen, bezeichnete, ging das Reynders dann doch ein wenig zu weit. Schmunzelnd erwiderte er, dass Antwerpen mehr als ein deutscher Hafen, nämlich ein echt europäischer sei.

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