Wir sind doch keine Cowboys!

jaeger01.5008203Vier Jagdunfälle in nur zwei Monaten. Das ist zu viel, gibt auch Michel Villers, Direktor der DNF (Départements de la nature et des forêts) zu bedenken. Ob nun seitens des Royal Saint Hubert Club Belgien oder der DNF, beide Organisationen betrachten die Unfälle als eine «série noire», eine unglückliche Pechsträhne. Daß sich innerhalb einer so kurzen Zeitspanne, nämlich vom 14. September bis zum 14. November, vier Jagdunfälle ereignen, sei wirklich aussergewöhnlich und sehr bedauerlich.

Der erste Unfall am 14. September war der dramatischste, denn er endete tödlich. Ein Jäger erschoss sich aus Fahrlässigkeit mit seiner eigenen Waffe, wie sich später herausstellte. Dies geschah in Vitrival. Am 15. Oktober werden zwei Radfahrer von einer «verirrten» Kugel getroffen. Das passierte bei Hannut. Zwei Wochen später trifft eine Kugel aus 400 m Entfernung das Fenster und das Dach eines Hauses in Saint-Gérard. Zum Glück gab es keine Verletzten. Doch der Schrecken der Bewohner war groß. Am 14. November wird eine Beifahrerin im Auto von einer verirrten Kugel an der Nase verletzt. Hätte die Kugel nur ein paar Millimeter weiter das Gesicht verletzt, so wäre der Unfall tragisch ausgegangen.

Ist die Jagd in Belgien noch sicher?

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zeigt sich, daß die Jagd in Belgien dennoch sicher ist und streng überwacht wird. Schaut man sich in anderen EU Ländern um, so gibt es dort weitaus mehr Jagdunfälle als bei uns, erklärt Benoit Petit, Präsident vom Royal Saint Hubert. Die Statistiken aus Frankreich belegen, daß es dort in einer Jagdsaison 180 Unfälle gab, wovon 21 Todesopfer zu beklagen waren.

Belgien legt sehr strikte Normen an, was die Sicherheit und die Zulassung zur Jagd betrifft. Den Jagdschein erhält man nicht einfach mal so. Die theoretische Prüfung bestehen meist nur 50% der Teilnehmer, die sich dann im kommenden Jahr wieder vorstellen dürfen. Auch kann es passieren, dass ein Jäger für immer ausgeschlossen wird, sollte er die Regeln nicht strengstens beachten. Dies kommt zum Glück selten vor. Das Für und Wider zur Jagd wird es immer geben. Vergessen sollte man aber eines nicht: Es ist der Jäger, der bei der Jagd am meisten gefährdet ist.

Sibylle Schavoir

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