Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

Von Sibylle Schavoir.

An den amerikanischen Spielfilm „The postman always rings twice“ – „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ wird sich vielleicht noch mancher unter uns erinnern. In dem Krimi-Film ging es um Liebe, Eifersucht und Mord. In Belgien geht es zum Glück nicht um derart gewaltige Gefühle, aber es geht um Probleme bei der Post. Nämlich, ob der Postbote auch künftig von Montag bis Freitag die Post in ganz Belgien verteilen wird, oder ob bpost (belgische Post) diesen Dienst zum Teil streichen soll. Warum kommt es zu dieser Überlegung?

Immer mehr Menschen schreiben statt Briefen schnell eine email und bestellen ihre Ware, Bücher, Textilien, Spielzeug etc. per Internet, so dass die Post immer weniger Aufträge erhält. Daher will bpost den landesweiten Dienst künftig streichen unssd es soll auch nicht mehr in jeder Gemeinde Belgiens ein Postamt geben. Der cdH Abgeordnete Dimitri Fourny wehrt sich dagegen, denn seiner Meinung würde sich dies sehr zum Nachteil für die Bewohner auf dem Lande oder entlegenen Dörfern auswirken. Weiterhin fordert er, dass es zumindest in allen Gemeinden Belgiens ein Postbüro, ähnlich dem eines Postamtes, geben sollte. Es käme nicht in Frage, dass auf Kosten der Menschen, die in schwach besiedelten Regionen leben, kein Postamt mehr zu finden sei. Wenn Post ausgeliefert wird, dann soll jeder davon einen Nutzen haben und nicht nur die Menschen, die in gröβeren Städten leben.

Dimitri Fourny wehrt sich auch dagegen, daβ die belgische Post sich mit ihrem Vorhaben, die Postlieferungen einzuschränken, dahinter versteckt, dass die Menschen ja ihre Rechnungen und andere offizielle Briefe per mail erledigen. Dieses träfe aber nicht auf alle Bürger zu. „Die älteren Menschen haben oft kein Internet, andere wiederum haben keinen Internetanschluss, da sie in zu entlegenen Gebieten leben würde, wo es keinen Netzanschluβ gibt“.

Mehrkosten für Landbewohner

Ferner befürchtet Dimitri Fourny, dass auch Zeitungen bald nicht mehr regelmäβig ausgeliefert werden, weil der Postbote nicht jeden Tag kommen kann. Er findet es auch skandalös, daβ sogar überlegt wird, Menschen, die in entlegenen Regionen leben, mit Mehrkosten zu belasten, da die Post mit der Auslieferung in entfernte Gebiete mit zusätzlichen Unkosten rechnen muβ.

Und wie soll es weitergehen? Dimitri Fourny will einen Text verfassen, welchen er an bpost senden wird. Das Thema soll an die Öffentlichkeit kommen, die Parlamentarier sollen „mobilisiert“ werden, in der Hoffnung, daβ es genügend Gegenargumente gibt, auf dass auch weiterhin in ganz Belgien der Postman nicht nur zweimal klingelt, sondern täglich vorbeikommen wird.

Tags: Pakete, Post

Ein Kommentar

  1. Alfons Van Compernolle schreibt:

    Trotz Internet & E.-Mail, schreibe ich noch regelmaessig Briefe und das mit der Hand.
    Wieviele aeltere Menschen besitzen keinen Computer, koennen keinen Computer bedienen, wollen auch bei Ihrer Lebzeit keinen Computer mehr aufstellen.
    Warum sollte die Post, diese Dienstleistung einstellen, zumal der Postbote auch eine soziale-Kontaktfunktion fuer aeltere Menschen besitzt ?? Warum ?????
    Diese Ueberlegungen, den Zustelldienst einzustellen, sollte die Post ganz schnell begraben.

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