Vortrag über die „deutsche Kriegstheologie 1914/15“ in Antwerpen

Zum brisanten Thema „Die deutsche Kriegstheologie 1914/15“ referiert am 3. November in Antwerpen Pfarrer Dr. Thorsten Jacobi von der dortigen Deutschsprachigen Evangelische Gemeinde (DEGPA). Der Vortrag findet im Rahmen des jährlichen Herbstempfangs der Gemeinde statt, zu dem auch Außenstehende herzlich eingeladen sind.

Max_Planck_(1858-1947)Alljährlich organisiert die DEGPA einen „Herbstempfang“, zu dem nicht nur die Gemeindemitglieder, sondern alle Menschen eingeladen sind, die auf die Gemeinde neugierig sind und/oder sich fürs Thema des jeweiligen Abends interessieren. Diesmal spricht Pfarrer Dr. Thorsten Jacobi über die „Deutsche Kriegstheologie“. Er beleuchtet die Unterstützung, die die Kirchen Kaiser Wilhelm II. zu Beginn des Ersten Weltkriegs angedeihen ließen und geht u.a. auf die so genannten „Kriegspredigten“ sowie das „Manifest der 93 Intellektuellen“ ein, zu denen auch der spätere Nobelpreisträger Max Planck gehörte (Foto). In diesem Manifest wurden die Berichte über deutsche Kriegsverbrechen im neutralen Belgien als Anti-Kriegs-Propaganda gebrandmarkt.

Die Deutschsprachige Gemeinde

Die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde in der Provinz Antwerpen wurde in den 1960er Jahren als EKD-Auslandsgemeinde gegründet. Damals ließen sich die ersten deutschen Chemieunternehmen im Hafen der Scheldestadt nieder und in Mol wurde Euratom gegründet. Noch heute hat die Gemeinde je ein Zentrum in Antwerpen und in Mol, wo es auch eine Europäische Schule gibt. Abwechselnd alle zwei Wochen werden in beiden Städten Sonntagsgottesdienste gehalten. Das Pfarrhaus befindet sich in Antwerpen. Dort gibt es auch eine Bibliothek.

Kennzeichnend für die Gemeinde ist ihre Offenheit gegenüber der Ökumene. Christen aller Konfessionen sind dort willkommen, zumal es in Flandern keine deutschsprachige katholische Gemeinde gibt. Diese Lücke füllt die DEGPA, wobei sie sich aber ausdrücklich als evangelisch versteht. Darüber hinaus arbeitet sie eng und vertrauensvoll mit flämischen evangelischen und katholischen Gemeinden in ihrem Einzugsbereich zusammen.

Treffpunkt

Außer den Gottesdiensten werden in Antwerpen und Mol auch zahlreiche andere Veranstaltungen geboten, wie Bibel-, Senioren- und Literaturkreise. In einem Umfeld, in dem es kaum noch deutsche Treffpunkte gibt – das deutsche Konsulat und die deutsche Schule wurden bereits vor Jahren geschlossen – ist die Gemeinde ein Zuhause für alle Menschen geworden, die sich für den Glauben, die deutsche Sprache und die deutsche Kultur interessieren.

Nähere Bekanntschaft mit der DEGPA kann man beim Herbstempfang machen. Nach dem Vortrag lädt die Gemeinde zu einem geselligen Zusammensein mit „hapjes en drankjes“.

Herbstempfang: 3. November um 19 Uhr im TPC. Groenenborgerlaan 148, 2020 Antwerpen-Wilrijk (in unmittelbarer Nähe der Abfahrt „Berchem“ des Antwerpener Autobahnrings). Anmeldung unter Tel. 03/658 90 01 oder degpa@skynet.be erwünscht.

Pfarrhaus: DEGPA, Bredabaan 220, 2170 Antwerpen-Merksem
Alle Informationen: www.degpa.be.

Marion Schmitz-Reiners

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