Unser belgisches, blaues Wunder

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(Red.) Der Hallerwald mit den blauen Hyazinthen-Teppichen bereitet sich auf einen Massenansturm der Naturliebhaber vor. Es werden zum ersten Mal kostenlos Pendelbusse ab dem Bahnhof Halle eingesetzt. Um die Pflanzen vor ihren Bewunderern zu schützen, empfangen im Wald Freiwillige die Besucher, andere bewachen die Wege. http://www.bruzz.be/nl/actua/hallerbos-bereidt-zich-voor-op-massa-bezoekers
Aus diesem Anlaß wiederholen wir hier einen Beitrag

Von Mia Bert.

Darf ich Ihnen eine Perle der Natur vorstellen? In der Mitte von Belgien, etwa 16 Kilometer südlich von Brüssel entfernt, liegt der Hallerwald (Hallerbos). Im Frühling kommen viele Menschen in den Hallerwald, um den Anblick der  Hyazinthen zu genießen. Im April-Mai gibt es wirklich einen blauen Teppich unter den Bäumen und die Blumen verbreiten einen herrlichen Duft. Ihr müsst unbedingt den Hallerwald Ende April, Anfang Mai besuchen!

Der Hallerwald, wie auch der Zonienwald (Bois de Soignies), gehörte früher zu dem riesigen „Kohlenwald“. Dieser Kohlenwald erstreckte sich zwischen Samber, Maas, Schelde bis Somme und Oise. Ab der römischen Zeit wurde dieser Wald immer kleiner und kleiner, denn die Leute brauchten immer mehr Boden für Ackerbau und Viehzucht. Im 13. Jahrhundert sind nur noch einige kleine Stücke übrig geblieben, u.a. Hallerwald und der Zonienwald.

Vor der französischen Revolution gehörte der Hallerwald zwei Besitzern: Sankt Waltrudis von Mons und der deutschen Familie Arenberg. Da es immer wieder Streit gab, wer welches Stück des Waldes besaß, hat man im 18. Jahrhundert 24 riesige Marksteine (Grenzpfähle) angebracht. Man kann noch 19 von diesen Steinen im Wald finden. Zur Zeit der französischen Revolution bekam die Familie Arenberg den ganzen Wald. Er war ungefähr 1125 Hektar groß, jetzt sind es noch 562.

Alter Wald mit jungen Blumen

Wahrend des ersten Weltkrieges haben die deutschen Truppen fast alle großen Bäume gefällt. In den 30er Jahren wurden wieder Bäume gepflanzt, etwa ein Drittel Nadelbäume und die übrigen Laubbäume (Eichen, Buchen, Vogelbeerbäume…). Man kann sagen, dass dieser Wald alt ist, aber mit ziemlich jungen Bäumen (70-75 Jahre alt). Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Hallerwald Eigentum des belgischen Staates. Jetzt ist er Eigentum der flämischen Gemeinschaft (514 Hektar); ein kleines Teil gehört zur wallonischen Gemeinschaft (48 Hektar).

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Genug Geschichte! Der Hallerwald hat nämlich sein eigenes blaues Wunder. Im Frühling kommen viele Menschen, um den Wald zu besuchen und vor allem die schönen blauen Hyazinthen zu genießen. Im April-Mai gibt es wirklich einen blauen Teppich im Wald und die Blumen verbreiten einen herrlichen Duft. Ihr müsst unbedingt den Hallerwald besuchen Ende April, Anfang Mai!

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(Red.) Mit diesem nur geringfügig korrigierten Beitrag von Mia Bert setzen wir unsere Reihe der Berichte von belgischen Schülerinnen und Schülern der deutschen Sprache fort, die wir zu ihren Kenntnissen beglückwünschen und die wir ermuntern möchten, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen. Bravo!

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Diese Hyazinthen sind ein bisschen wie eine schwierige Dame: Sie blühen nur, wenn sie genug Licht bekommen, aber wollen nicht zu viel Licht! Sie wollen genug Nässe, aber nicht zu viel! Der Boden muss genau angepasst sein, ein bisschen sauer, aber nicht zu viel, und so weiter… Sie wollen nur blühen in einem Meeresklima: im Südwesten von Belgien, im Norden von Frankreich, in Großbritannien und im Norden von Spanien. Natürlich gibt es im Hallerwald noch andere typische Frühlingsblumen: Buschwindröschen, Maiglöckchen und Bärlauch mit dem typischen Geruch von Lauch.

10 Rehe und ein Schwarzspecht

Trotz der vielen Besucher wohnen im Hallerwald auch etwa 10 Rehe, einige Füchse, Eulen, Eichhörnchen usw. Mit ein bisschen Glück kann man das Trommeln eines Schwarzspechts hören.

Wanderer, Radfahrer, Reiter oder Naturliebhaber: jeder kann im Hallerwald etwas nach seinem Geschmack finden. Die Reiterpfade sind gut markiert, wie auch verschiedene Wanderungen, zum Beispiel eine Sequoiawanderung, die zu diesen Riesenbäumen führt.

Wie kann man den Hallerwald erreichen? Ausfahrt Nijvel/Nivelles auf der Autobahn A8/E429 in Halle, nach einem Kilometer auf der Grenze mit Braine-le-Château kommt man zum Hallerbos. Nehmen Sie dann den Vlasmarktdreef, wo sich auch ein kleines Museum befindet. Wichtig: am Wochenende ist im Wald Autoverkehr verboten. Aber für Parkplätze ist gesorgt.

Infos:
– höchster Punkt im Hallerwald: 127 Meter über dem Meeresspiegel
– niedrigster Punkt: 47 Meter über dem Meeresspiegel
– ein Grenzstein: 1.69 Meter hoch, davon 80 cm oberirdisch, er wiegt 825 kg.

http://www.brusselslife.be/fr/article/quand-le-hallerbos-sort-son-tapis-bleu (frz.)

Dieser Artikel wurde 2011 zum ersten Mal auf Belgieninfo veröffentlicht.

Ein Kommentar

  1. Leider nicht bayrisch blau…
    Himmelblau RAL 5015

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