Ungarische Kompositionen in Brüssel

Von Rainer Lütkehus.

Mecklenburg-Vorpommern: Da denkt man als Erstes an seine Ostseeküste, seine Inseln Rügen und Usedom und seine Seenlandschaften. Aber auch kulturell hat „Meck-Pom“ viel zu bieten. Das beweist es alle Jahre wieder in Brüssel – mit einem Konzert höchster Qualität.

Alljährlich zur „Rentrée“ kommt seit Jahren die Neubrandenburger Philharmonie nach Brüssel. An die 70 Orchestermitglieder reisen extra für ein Abendkonzert mit einem Bus in die Europa-Metropole. Das Gastkonzert gibt es zu einem hochsubventionierten Preis. Nur 10 Euro kostet das Ticket. Wo kann man das in Brüssel schon haben?

Diesmal fand das inzwischen 10. Konzert an einem neuen Ort in Brüssel statt: Nicht im alten Theater Saint-Michel im Viertel Etterbeek, sondern im modernen Theater Wolubilis in Woluwe-Saint-Lambert. „Hier ist die Akustik besser“, sagten einige jüngere Konzertbesucher. Ältere hingegen fanden es dort zu laut.

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Auf dem Programm stand diesmal ungarische Zigeunermusik. Gespielt wurde u.a. die Ouvertüre zur Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß Sohn (1825-1899) sowie die Rhapsodie „Tzigane“ von Maurice Ravel (1875-1937). Einen politischen Hintergrund habe das Programm nicht, sagte Reinhardt Boest, Leiter des Verbindungsbüros des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, in seiner Eingangsrede vor dem Publikum: Mit der repressiven Flüchtlingspolitik Ungarns habe es nichts zu tun. Er hatte die Lacher auf seiner Seite.

Glanzlicht des Konzerts war der ungarische Solist Jozsef Lendvay (40) aus Budapest. Der Geiger spielte auf einer Stradivari von 1691, einer Leihgabe der Reinhold Würth-Siftung. Der international renommierte Solist ließ den Bogen auf den Saiten tanzen. Der Dirigent des Orchesters, Sebastian Tewinkel (43), der das erste Mal das Konzert in Brüssel leitete, äußerte sich nach der zweistündigen Darbietung sehr zufrieden gegenüber Belgieninfo. Immerhin war der Applaus in dem fast ausverkauften Konzertsaal so groß, dass er sich veranlasst sah, zwei Zugaben zu geben.

Dreiviertel unserer Konzertbesucher sind Stammgäste“, sagte Reinhardt Boest, Leiter der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. Leider wüssten fast nur deutsche „Expatriates“ vom alljährlich in Brüssel stattfindenden Konzert. Vielleicht spricht es sich ja irgendwann doch noch bei den Belgiern herum. Aber dann müsste Boest wohl einen größeren Konzertsaal finden.

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