Terrasse und Balkon im Januar

Von Heidrun Sattler.

Der Garten ruht und die Gartenfreundin kann sich anderen „Grüntätigkeiten“ widmen. Da wären z. B. die Lektüre von Gartenreisekatalogen oder die Durchsicht der gesammelten Gartenbücher. Doch zuerst noch eine Außentätigkeit. Also ziehen Sie sich noch nicht auf die Couch zurück, sondern folgen Sie – warm angezogen – unserer Gartenfrau auf Balkon oder Terrasse, um sie zu verschönern.

Schöner Winter vor dem Fenster

Eine einfache Lösung ist die Dekoration auf Tischen und Ständern. Meinen Glastisch zierten im Frühherbst zahlreichre Heidepflänzchen und da sie noch nett aussahen, habe ich eine getrocknete Horternsienblüte und einige Zieräpfelchen hinzugefügt. Der beste Lieferant für diese Früchte ist Malus „Red Sentinel“, der in Baumschulen leicht zu erwerben ist. Vielleicht auch gleich morgen, dann laubabwerfende Bäume können den ganzen Winter über gepflanzt werden.

Gefäße und Co.

Sicher haben Sie Ihre Balkonkästen und Pflanzgefäße längst von den einjährigen Sommerblühern geräumt und mit Weihnachtsflitter dekoriert. Doch zu Beginn des neuen Jahres werden all die Sternchen und Dekorationsartikel wieder in Kisten und Kasten eingemottet. Dann müssen wir, falls nicht alles kahl und freudlos aussehen soll, über eine Nachfolgebepflanzung nachdenken.

Deren Gelingen hängt ein wenig davon ab, welche Art von Pflanzgefäßen Sie benutzen. Einfache keramische Töpfe sind normalerweise nicht winterhart, sie speichern das Wasser und zerbrechen bei Frost. Italienische Kübel aus hartgebrannter Terrakotta halten die bei uns üblichen Fröste aus, werden aber doch besser unter einer Überdachung überwintert. Plastiktöpfe und –kästen sind zwar bis auf teure Ausnahmen nicht so attraktiv, sie halten aber auch freistehend schwere Fröste aus. Allerdings muss man in jedem der beschriebenen Fälle für eine gute Entwässerung sorgen.

Bepflanzung

Stauden

Hier hat man alle Freiheiten, Winterblüher wie Christrosen (Helleborus niger) mit ihren weißen Blüten geben ein schönes Bild. Heucherasorten (Purpurglöckchen) und als Vordergrundkulisse Steingartengewächse wie Dachwurz (Sempervivum) und die schwarzblättige Variante des Schlangenbarts. (Ophiopogon) bilden attraktive Farbkombinationen. Doch auch Hornveilchen (Viola cornuta) eigene sich gut. Sie liegen zwar bei hartem Frost wie tot darnieder, doch werden bei höheren Temperaturen sofort wieder munter.

Verholztes und Accessoires

Auch Kleinsträucher wie junge Skimmien mit roten oder hellgrünen Knospen, kleinen Koniferen und Scheinbeeren (Gaultheria) eignen sich ausgezeichnet. Wer Glück hat findet vielleicht die neue Sorte der Fleischbeere (Sarcococca) „Winter Gem, syn. Winter Juwel“, die mit kompaktem Wuchs besticht. Hinzu kommen im Februar ihre unauffälligen, aber sehr süß duftenden Blütchen. Schön für den Winterbalkon sind auch kleine Gräser, Efeuranken und außerdem Zwergrhododendren, die ab März ihre Blüten erfreuen. Wenn man kleine Blütenzwiebeln (Krokusse, Zwergiris, Mininarzissen oder Schneeglöckchen) in die Erde gelegt hat, erlebt man im Frühling die schönsten Überraschungen.

Erde

Damit wären wir bei einem komplexen Thema. Bei Terrassen- und Balkonbepflanzungen, ob im Winter oder auch sonst, sollte man achtgeben mit Torfgemischen. Sie trocknen schnell aus und nehmen danach nur noch mit Mühe Wasser auf. Doch gibt es inzwischen bei allen Gartenzentren oder Baumärkten Erden ohne Torf. Ich habe große Gefäße, in denen während des Sommers die Einjährigen oberflächlich eingepflanzt werden. Die Erde darunter, ein Gemisch aus Blumenerde und eigenem Kompost, hat sich auf für Zwiebelgewächse und Winterblüher bewährt. Viele der oben erwähnten Zwiebelchen wie Krokusse, Narzissen und Traubenhyazinthen, werden nach dem Winter ausgepflanzt. Die zweimal genutzte Erde kann dann auf die Beete!

Pflege und Wasserversorgung

Gerne stelle ich meine mediterranen Kräuter unter den Dachvorsprung, wo ich auch im Winter ernten kann. Selbst die Petersilie richtet sich nach einem Frost wieder auf. Dort tummeln sich auch grünbleibende Kleinstraucher, vor deren mangelnder Winterhärte gewarnt wird. Ein besonders dekoratives Exemplar ist die Riemenblüte, die allerdings bei Temperaturen unter -5 Grad Winterschutz nötig hat. Härter sind die in England beliebten Pittosporumsorten (Klebsame), doch nach dem letzten, sehr milden Winter kann ich noch keine endgültige Auskunft geben.

Bei Gefäßen, die unter einem Dachvorsprung o.ä. stehen hat, muss man schon regelmäßig die Wasserversorgung kontrollieren. Schon häufiger habe ich schon vor winterlichem Austrocknung von Grünbleibern gewarnt. Sie erfrieren in den wenigsten Fällen, sie vertrocknen eher, Frost trägt dazu beträchtlich bei. Zwischen zwei Kälteperioden ist also gießen angesagt. Glück haben wir Gärtner, wenn Schnee liegt, dann gibt es im Garten kein Problem. Doch der Terrassengärtner muss sich immer bereithalten.

Es gibt immer etwas zu sehen

Nach diesem Motto gehe ich sicher einmal am Tag in den Garten, auch wenn es kalt und feucht ist. Dabei macht man ganz interessante Entdeckungen. Heute Morgen habe ich die erste Kamelienblüte entdeckt, wenn ich auch zugeben muss, es ist eine frühblühende einfache Sorte. Wenig später, ich war schon beinahe wieder drinnen, posierte eine Blaumeise am Erdnusssäckchen.

Heidrun Sattler

Ein Kommentar

  1. Im Garten schöpft frau Hoffnung! Heute spazierte ich, angelockt vom Sonnenschein nach grässlichen, dunklen Regentagen, durch mein Mini-Gärtchen, um nach ersten Zeichen keimenden Pflanzenlebens zu suchen. Und ich entdeckte dort, wo ich Anfang Dezember Tulpenzwiebeln gepflanzt hatte, einige winzige grüne Spitzen! Desgleichen in den Terrakottatöpfen auf der überdachten Terrasse. Auf den Rat unserer Gartenfrau hin habe ich aufgepasst, dass die Erde darin nicht gar zu trocken wurde. Vielen Dank für die Tipps, die mir und meiner Laune über die letzten beiden Wintermonate helfen werden.

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