Nie wieder Krieg! – iDSB-Schüler bei „Armistice“-Gedenkfeiern

Von Friedhelm Tromm.

Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen“, steht auf dem 1932 eingeweihten Denkmal am Eingang des großen deutschen Soldatenfriedhofs bei Langemark, unweit von Ypern. Damals diente der „Langemarck-Mythos“ der Heldenverehrung – und wenig später der Mobilisierung vor allem der Jugend zu einem neuen Krieg.

Heute hat sich gottlob das Gedenken an die Opfer des 1. Weltkrieges völlig gewandelt. Am 11. November nahmen auch Schüler der Deutschen Schule an den „Armistice“-Gedenkfeiern bei Langemark und Potijze teil.

Zeichen der Versöhnung an historischem Ort

Die Oberste Heeresleitung hatte am 11. November 1914 berichtet, „westlich Langemarck“ seien „junge Regimenter unter dem Gesange ‚Deutschland, Deutschland über alles’ gegen feindliche Stellungen vorgebrochen“: Das war die Geburtsstunde einer Legende, die bald von der deutschnationalen Propaganda eifrig aufgegriffen und über Jahrzehnte hinweg kultiviert wurde: Von Schulfeiern noch während des 1. Weltkrieges über die Gründung des „Stahlhelm-Studentenrings Langemarck“ (einer paramilitärischen Organisation) bis zur Errichtung der „Langemarckhalle“ am Rande des „Reichssportfeldes“ anlässlich der Olympiade 1936. Auch eine im Zweiten Weltkrieg im besetzten Belgien aus Freiwilligen aufgestellte Division der Waffen-SS trug den Namen „Langemarck“.

Dass heute deutsche, britische, französische und belgische Delegationen gerade hier Seite an Seite der Opfer gedenken, ist ein mehr als bemerkenswertes Symbol: „Dies zeigt, dass wir heute für gemeinsame Werte stehen und mahnt uns, dass etwas wie dies nie wieder geschehen darf“, bemerkte der deutsche Botschafter Rüdiger Lüdeking in seiner einleitenden Ansprache.

Außer dem deutschen Botschafter nahmen auch die Botschafterinnen Frankreichs, Claude-France Arnould, und Großbritanniens, Alison Rose, an der Veranstaltung teil, sowie Vertreter der Flämischen Regierung, des belgischen Verbandes zum Gedenken an den 1. Weltkrieg und der örtliche Bürgermeister.

Vor einer Ehrenformation der Bundeswehr und jungen Kadetten der Britischen „Armed Forces“ legten die iDSB-Schüler Paula Altmann, Jesse Koßmann, Virginia Klapper, Sarah Palm und Maximilian Winter Kränze an den deutschen, und später auch den französischen Gräbern auf dem Friedhof St. Charles de Potyze nieder und halfen so, ein beeindruckendes Zeichen der Versöhnung zu setzen.

Ein Vermächtnis an die Lebenden

In Langemark lasen sie an den Gräbern aus Soldatenbriefen junger, bei Ypern eingesetzter Rekruten, ein Gedicht Georg Heyms und einen Auszug aus Erich Maria Remarques berühmtem Roman „Im Westen nichts Neues“. Eindrucksvoller hätte man wohl kaum zum Ausdruck bringen können, dass die Ereignisse der Vergangenheit auch für die junge Generation von heute noch bedeutsam sind, jedoch ganz anders als früher.

In diesen Monaten ist wieder besonders viel von der Zukunft der EU die Rede. Dass sie einmal vor allem auch als Friedensprojekt, auf den Trümmern des durch Kriege zerstörten „alten“ Europas gegründet wurde, scheint manches Mal allzu leicht in Vergessenheit zu geraten.

Fotos: Friedhelm Tromm

Ein Kommentar

  1. Alfons Van Compernolle schreibt:

    Ich moechte es einmal viel simpler ausdruecken: Nie wieder Krieg, wird nur dann Realitaet werden, wenn unsere Politiker von ihrem auch heute noch massiv vorhandenen egoistischen
    „Macht & Einflussgetue“ ablassen. Wenn ich mich heute so in der Welt umsehe, wer da alles gegen wem Krieg fuehrt, komme ich zu der Erkenntnis : Frieden wird es erst dann geben, wenn wir die Einfluss.-& Machtgeile-Elite“ in die Pension schicken. Tatsache ist, Typen wie Trump, Putin,Kim Young Un, Orban und wie sie alle auch immer heissen, haben ein Problem miteinander
    und das Resultat : Krieg, in dem nicht die politischen Befehlshaber Sterben, sondern wir die einfachen Buerger auf eben diesen Befehl unser Leben auf’s Spiel setzen muessen, einen anderen Buerger eines anderen Staates, dieser genauso wenig fuer den Krieg verantwortlich ist, wie wir, von uns erschossen werden soll. Das Elend und das Leid tragen wir alleine und sonst niemand. Der einfache Soldat, der einfache Buerger(in) bezahlen die Zeche und sonst niemand! Nie wieder Krieg, dass wuensche ich mir auch, aber wenn ich mir die heutige Situation / Realitaeten ansehe, koennen wir alle noch sehr lange auf dieses wuenschenswerte
    Ziel warten und unser Leben auf Befehl zu Markte tragen! Wir haben nichts aus dem I. & II
    Weltkriegen gelernt !! Wir haben es wahrhaftig besser verdient und wir koennten es besser bekommen, wenn wir endlich aus der Geschichte die notwendigen Konsequenzen ziehen wuerden und diese egoistische Macht & Einflusselite, dort hinschicken wuerden, wo sie schon lange hingehoeren in die Pension / Rente auf eine einsame Insel, wie Napoleon !!

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