Nach dem Brand – BOZAR lockt mit neuen Ausstellungen

Von Heide Newson.

Am 18. Januar stockte Kunstliebhabern der Atem. Im Palast der Schönen Künste in Brüssel, dem BOZAR, brannte es! Aus dem architektonischen Juwel, das von dem berühmten belgischen Architekten Victor Horta stammt, quoll dichter Rauch. Glücklicherweise waren Sicherheitskräfte schnell vor Ort, konnten dank des Einsatzes von Drohnen die Brandherde rasch ausfindig machen und das Schlimmste verhindern. Entwarnung wurde dennoch erst spätabends gegeben.

Die im BOZAR ausgestellten Kunstwerke konnten weitgehend gerettet werden. Die genaue Brandursache ist noch unklar. BOZAR-Direktor, Paul Dujardin, deutete jedoch an, dass es sich um einen Kabelbrand handeln könnte.
Aufgrund des Brandes musste der beliebte Kulturtempel vorübergehend seinen Pforten wieder schließen, obwohl er sie gerade erst, dank Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen und zur Erleichterung aller Kulturfreunde, wieder hatte öffnen dürfen.
Inzwischen ist ein Teil des imposanten Gebäudes für Besucherinnen und Besucher wieder geöffnet. Einige Ausstellungsräume, so Direktor Dujardin, würden wegen der Wasserschäden und der dadurch bedingten Reorganisation, die im Frühling abgeschlossen sein soll, geschlossen bleiben. Auch einer der Ausstellungsmagneten, das „Hotel Beethoven“, musste wegen des Brandes daran glauben. Zwar habe man die wertvollen Instrumente und Kunstwerke in Sicherheit bringen können, die Ausstellung könne jedoch aus logistischen Gründen nicht verlängert werden, informierte das BOZAR und kündigte an, dass die Kosten für alle bereits gekauften Eintrittskarten zurückerstattet werden.

Tatsache ist, dass der Direktor Dujardin sowie seine Mitarbeiter fast heroische Arbeit leisteten, als das Feuer Mitte Januar in dem Jugendstiljuwel wütete. Die ganze Nacht waren sie vor Ort geblieben und retteten erfolgreich die wertvollen Kunstwerke der laufenden Ausstellungen, darunter auch „Hotel Beethoven“. Glücklicherweise blieben das Außengebäude sowie der berühmte Konzertsaal „Henry Le Boeuf“ vom Feuer weitgehend verschont. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass die viel bestaunte Orgel mit mehr als 3000 Pfeifen, die 30 Jahre lang restauriert und erst im Jahr 2017 feierlich wieder eingeweiht worden war, durch das Löschwasser beschädigt wurde.
Nach dem Schock schaut Dujardin nun wieder nach vorne. Voller Stolz kündigte er gegenüber der Presse an, dass die große Retrospektive, die dem belgischen Maler Roger Raveel gewidmet ist, am 18. März startet und bis zum 21. Juli gezeigt werde. 150 seiner Werke würden anlässlich seines 100. Geburtstages präsentiert. Die Ausstellung „All I Want“, die im Rahmen der portugiesischen Ratspräsidentschaft aktuell starten sollte und die Werke portugiesischer Künstlerinnen zum Inhalt hat, müsse dagegen leider verschoben werden. Konzerte, Filme, virtuelle Konferenzen würden jedoch fortgesetzt.

Der neue Zeitpunkt aller bereits im Programm vorgesehenen Ausstellungen, die wegen des Brandes zum Teil verschoben werden müssten, werde in Kürze bekannt gegeben. Mit Blick auf die hohen, durch den Brand entstandenen Renovierungskosten sowie um die Qualität von Ausstellungen nach dem Brand weiterhin zu garantieren, wurde eine Spendenaktion unter dem Titel „TogetherBOZAR“ gestartet. Schon jetzt bedankte sich Paul Dujardin für die spontane Unterstützung der unzähligen Freundinnen und Freunde des BOZAR‘ aus dem In- und Ausland sowie für die bereits eingegangenen Spenden.

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