Meister mit Hängen und Würgen

Capture d’écran 2014-06-22 à 17.44.01Es ist vollbracht: Der RSC Anderlecht ist zum 32. Mal belgischer Fußballmeister. Ein souveräner Titelgewinn sieht allerdings anders aus. In der Hinrunde vor der Winterpause hätte wohl niemand Zweifel daran gehabt, dass der Rekordmeister ungehindert sein Saisonziel erreichen würde. Eine schwache Rückrunde und wieder erstarkte Gegner hätten die Brüsseler jedoch beinahe noch den Titel gekostet.

Am Ende der Saison 2012/13 ist der 32. Titel für den RSC Anderlecht dann doch keine Überraschung. Über die gesamte Saison hinweg war der Rekordmeister aus Brüssel die überlegene und konstanteste Mannschaft in der Jupiler ProLeague – so heißt die erste belgische Fußball-Liga offiziell. Trotz einiger Ausrutscher und einer nie gekannten Serie verschossener Elfmeter schafften es die Königlichen letztendlich doch noch, mit Hängen und Würgen die Meisterschaft für sich zu entscheiden.

Am letzten Spieltag der Play-off I (Meisterrunde) genügte den Lila-Weißen ein Unentschieden gegen den einzig noch verbliebenen Titelaspiranten SV Zulte-Waregem. Sportlich betrachtet waren „Den Essevee“ und der RSC Anderlecht Expertenmeinungen nach ebenbürtig. Das zeigte sich auch beim letzten Saisonspiel, in dem beide Teams im Brüsseler Astridpark zur entscheidenden Partie antreten mussten. Zwei Minuten lang war es dort muxmäuschenstill als Naessens in der 58. Minute das 0-1 für die Gäste erzielte. In diesem Moment hatte Waregem die Hand am Meisterpokal.

Meister der Herzen

Die Fans von „Den Essevee“ durften aber nur kurz von Meisterschaft und direkter Qualifikation für die ChampionsLeague träumen, denn in der 60. Minute traf Lucas Biglia – in dieser Saison nicht unumstritten – für den Rekordmeister. In diesem Moment war Anderlecht wieder Meister. Von nun an war der Brüsseler Vorortklub nur noch mit der Verteidigung des Unentschiedens und des Titels beschäftigt. Zulte-Waregem gab sich auch in der letzten halben Stunde nicht geschlagen, doch noch für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte zu sorgen.Capture d’écran 2014-06-22 à 17.44.24

Ungeachtet einer gerechtfertigten roten Karte und dem Ausschluss von Kouyaté zeigte Anderlecht sich in der letzten halben Stunde meisterlich überlegen. Die redlichen Bemühungen von SVZW, das Unmögliche doch noch zu schaffen, neutralisierten Gillet und Nuytinck in der starken Abwehr des RSC. Und wenn es denn noch einmal zu einem zaghaften Abschluss kam, war Torwart Silvio Proto stets ein sicherer Rückhalt.

Nach einer spannenden und wechselhaften Saison erklimmt der RSC Anderlecht wieder einmal als Champion den belgischen Fußballthron und darf in der kommenden Saison direkt und ohne vorherige Qualifikation in der Gruppenphase der ChampionsLeague antreten. Zulte-Waregem muss als Vizemeister in die Qualifikation. Eine Teilnahme an der Gruppenphase der ChampionsLeague wäre für den kleinen Verein, der nur über ein Viertel des Etats der belgischen Topklubs verfügt, ein sportlicher und vor allem finanzieller Segen.

 

Autor: Armin Möller

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