Korruption, Geldwäsche und Spielmanipulation

Von Guy Penninck

Ein Skandal erschüttert den belgischen Fußball. Diejenigen, die schon immer alles gewusst haben, reden von riesigen Geldbeträgen, die den belgischen Steuern entkommen sind. Und davon, dass die Fans mit ferngesteuerten Spielen nach Strich und Faden betrogen wurden. Im Mittelpunkt der Affäre stehen allerdings die Spielerberater, die statt an Sport nur noch an das dicke Geld gedacht haben. 19 Stück von ihnen, darunter Vereinsmitarbeiter und Betreuer aus dem Ausland, wanderten in Untersuchungshaft.

Hauptbeschuldigte sind die Vermittler. Das sind Leute, die die Interessen mehrerer Spieler unter ihrer Obhut vertreten. In Belgien ist dieser Beruf gesetzlich nicht geschützt d.h. jeder darf sich Vermittler nennen und als solcher seinen Geschäften nachgehen. Es wimmelt von ihnen im belgischen Fußball. Doch gibt es drei davon, die berüchtigt sind, denn sie beherrschen den Markt. Schlimm und krank ist die Tatsache, dass sie nicht nur Spieler vertreten, die in konkurienden Mannschaften aktiv sind, sondern manchmal auch in mehreren Vereinen Mitglied sind.

Geschenke

Es ist jetzt auch bekannt geworden, dass zwei Spitzenschiedsrichter sich haben bestechen lassen. Der eine, unterstützt von einen Vermittler, erhielt beim Ankauf seines Neuwagens einen überraschend hohen Rabatt; ein anderer eine teure Armbanduhr. Die Schiedsrichter haben inzwischen einen Eintrag in ihrem Strafregister und ein lebenslanges Pfeifverbot erhalten. Unter diesen Umständen hat man sofort die Ergebnisse einiger Spiele geprüft, die diese Schiedsrichter gepfiffen hatten.

Auf Französisch gibt es einen Ausdruck, der sagt, dass man irgendwann auf „merde“ trifft, je tiefer man in der Erde gräbt. So hat eine Untersuchung ergeben, dass ein Paar Vorstandsmitglieder vom KV Mechelen, genau dem Verein, der eine Untersuchung wegen Spielfälschung gefordet hatte, ohne Wissen der übrigen Vorstandsmitglieder mit Vereinsmitgliedern des Gegners Kontakt aufgenommen hätte. Wenn das so ist, könnte es für den Verein verhehrende Folgen haben. Es droht nun der erzwungene Abstieg in die Amateurliga oder noch schlimmer: die Löschung des Vereins aus dem Vereinsregister.

Besonders peinlich fûr den Verein, der vor 25 Jahren Pleite gemacht hatte und nur mit dem Geld der Anhänger gerettet werden konnte. Der KV Mechelen hat treue Fans. Obwohl er nur in der 2. Liga spielt, ist das Stadium bei Heimspielen immer voll. Die Schlachtenbummler sind jetzt sauer und wütend.

Nicht das erste Mal

Derartige Vorgänge sind übrigens nicht neu. Vor etwa 30 Jahren musste Michel Preud’homme, ein Fels des nationalen Fussballs, wegen Spielfälschung auswandern, und vor 10 Jahren gab es den Wettskandal: mehrere Spieler bekamen Schmiergeld, um absichtlich zu verlieren.

Jetzt aber hat der Wurm viel tiefer und gründlicher seine Untergrabungsarbeit tun können, denn während in der Vergangenheit allein Spieler beteiligt waren, sind diesmal unterschiedliche Ebenen des belgischen Fussballs in den Skandal verwickelt.

Steuerhinterziehung, Spielfälschung, Korruption , man reibt sich schon die Hände, was kommt noch…? Nur eine Kategorie Fachleute freut sich. Denn die Festgenommenen verfügen über volle Taschen und können zu ihrer Verteidigung die berühmtesten Anwälte einschalten.

Eine Fortsetzung folgt sicherlich….

Ein Kommentar

  1. Alfons Van Compernolle schreibt:

    Was ich noch viel skandaloeser finde , sind die sogenannten „Abloesesummen“ , diese gewaltiglich an modernen Menschenhandel erinnern! Gleichsam die heute gezahlten Millionengehaelter an unsere Fussballer , vollkommen ueberzogen und unangemessen !
    Mit Sport haben die Verhaltensweisen nichts mehr zu tun , so kann es auch nicht verwundern, dass Korruption , Steuerhinterziehung mehr oder weniger „Alltag“ geworden sind.
    Steuerverguenstigungen schnellst moeglich abschaffen, Beguenstigungen bei der Krankenversicherung abschaffen und wie bei jeden anderen Mitbuerger auch komplett sowohl der Besteuerung als auch der normalen Sozialversicherungpflicht unterziehen.
    Bei diesen heute gezahlten Millioneneinkommen, duerfte das keinen Sportler/in auch nur eine schlaflose Minuten kosten und an den Bettelstab bringt das auch niemanden.
    Fuer Korruption und Manipulation gehoeren merkliche Strafen bis hin zum Einzug des Vermoegens verhaengt !!

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