Ein Freudentag an Brüssels Avenue Salomé

Capture d’écran 2014-09-27 à 10.08.38Die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde Brüssel blickt auf ein in jeder Hinsicht positives Jahr 2012 zurück. Niemand fühlt hier eine Krise. Dies wurde sehr deutlich auf der jüngsten Gemeindeversammlung am Sonntag „Laetare = Freue Dich“ im Gemeindezentrum an der Av. Salome in Woluwe. Pfarrer Reinhard Weißer und die Vorsitzende des Presbyteriums, Ragna von Glasenapp, konnten über die Lösung von gleich drei Problemfeldern berichten.

So konnte im November 2012 nach mehrjähriger Bauzeit die Sanierung des Dachs von Kirche und Gemeindezentrum vollendet werden. Dafür musste die Gemeinde den Betrag von rund 250 000 Euro aufbringen. Dazu haben die 954 eingeschriebenen Gemeindemitglieder zwischen 2010 und 2012 allein 147 000 Euro mit Spenden beigetragen – zusätzlich zu den sonntäglichen Kollekten für überwiegend übergemeindliche Zwecke, zumeist für das Centre Social Protestant.(CSP). Der „Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ in Hannover leistete für die Baumaßnahmen allerdings einen einmaligen Zuschuss von 50 000 Euro. Außerdem musste ein Teil der finanziellen Reserven der Gemeinde aufgelöst werden.

Für weitere, notwendige Bauarbeiten an dem rund 40 Jahre alten Gebäude sind für die Jahre 2013 und 2014 nochmals 90 000 Euro vorgesehen. Von den evangelischen Gläubigen wird daher auch in den nächsten Jahren unverändert eine großzügige Spendenbereitschaft erwartet. Diplomatisch könnte man dazu sagen, dass die Einkommensverhältnisse der meisten Gemeindemitglieder weitere relevante Spenden durchaus erwarten lassen. Schließlich müssen sie hier in Belgien keine Kirchensteuer bezahlen.

Eine halbe Pfarrstelle genehmigt

Die vielfältigen Aufgaben dieser Kirchengemeinde können von einem Pfarrer kaum alleine bewältigt werden. Eine Pädagogin hatte die Gemeinde vor über einem Jahr verlassen. Seither hat sich die Gemeindeleitung um eine weitere halbe Pfarrstelle bemüht. Diese Stelle wurde nun vor kurzem von der EKD bewilligt, so dass die Wahl der Kandidatin am 21 April erfolgen kann. Es ist die Ehefrau von Pfarrer Weißer, die Pfarrerin Ulrike Weißer; auch sie ist eine voll ausgebildete evangelische Pfarrerin, die auch schon während mehrerer Monate die Evangelische Gemeinde in Antwerpen betreut hat. Die Bezahlung der Pfarrer und der übrigen Mitarbeiter der Ev. Gemeinde muss aus den Beiträgen der Gemeindemitglieder erfolgen die sich jährlich auf rund 200 000 Euro belaufen. Die EKD übernimmt nur die Sozialabgaben für die Pfarrer. Bei der Katholischen St. Paulus-Gemeinde dagegen werden alle Ausgaben direkt von der Katholischen Kirche in Deutschland getragen.

Als drittes Erfolgserlebnis kann die Ev. Gemeinde auf die neue Webseite verweisen, die seit dem ersten Advent 2012 online zu besichtigen ist. Belgieninfo hat darüber bereits berichtet.

Rückblick auf Weihnachten

Während der vergangenen 12 Monate wurden in der Evangelischen Kirche 64 Gottesdienste abgehalten; die von rund 9500 Gläubigen besucht wurden, was einem Durchschnitt von 147 Besuchern pro Gottesdienst entspricht. Allein am Heiligen Abend letzten Jahres kamen zu vier Gottesdiensten 1113 Gläubige. Auch Brüssels deutsche Protestanten gehen also wenigstens einmal im Jahr in die Kirche. Dass sich die Gemeinde um den ihren Nachwuchs keine Sorgen zu machen braucht, zeigt sich daran, dass 25 Kinder getauft und 39 Jugendliche konfirmiert wurden, dass aber andererseits nur 11 Trauerfeiern stattfanden; darunter nur für fünf Gemeindemitglieder. Allerdings wurden nur zwei Paare kirchlich getraut, davon eines ökumenisch. Überhaupt klappt die Zusammenarbeit mit der Katholischen Sankt Paulus-Gemeinde an der Avenue de Tervuren seit vielen Jahren sehr gut. Selbst Abendmahlsgottesdienste werden mehrmals pro Jahr gemeinsam zelebriert.

Egon C. Heinrich

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