Deutsche EU-Ratspräsidentschaft startet

Von Sandra Parthie.

Es wird eine eigenartige deutsche EU-Ratspräsidentschaft für die nächsten sechs Monate: Corona bestimmt die Agenda, physische Treffen von Entscheidungsträgern sind limitiert, dafür müssen nicht nur der Brexit und der EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre, sondern auch das EU-Rettungspaket für die Corona-gebeutelten Wirtschaften beschlossen werden. Immerhin wird mit Angela Merkel erstmals eine Regierungschefin in die Situation kommen, zweimal die EU-Ratspräsidentschaft zu übernehmen.

Viel war schon seit über einem Jahr von den Deutschen für dieses zweite Halbjahr 2020 geplant worden, nicht nur die Ständige Vertretung, auch die Botschaft sowie die Vertretungen der Bundesländer hatten Veranstaltungen aller Art auf der Agenda. Corona hat viele der Planungen über den Haufen geworfen. Einiges muss ausfallen, anderes findet immerhin online statt. Und vielleicht kann man sogar den 3. Oktober doch als eine Präsenzveranstaltung feiern.

Der deutsche Botschafter, Martin Kotthaus, informierte im Vorfeld der Präsidentschaftsübernahme über die geplanten kulturellen Aktivitäten, insbesondere die in Kooperation mit dem Goethe-Institut und erklärte den Geist des deutschen Präsidentschaftskulturprogramms: „keine klassischen deutschen
Konzerte oder Ausstellungen deutscher Künstler, sondern den Kontinent umspannende, europäische Kunstwerke, die die europäischen Bürger einladen, mitzumachen.“ Gemeinsamem europäischen Wirken, europäischer Solidarität, Souveränität und Öffentlichkeit soll eine Bühne geboten werden. Die letzten Wochen der Verlagerung des Lebens in den digitalen Raum, haben zumindest einiges an Erfahrungen mit dieser Form der ortsunabhängigen und grenzenlosen Kommunikation geschaffen, die man nun wenigstens sinnstiftend zum Einsatz bringen kann.

Goethe-Institut und Deutsche Botschaft präsentieren gemeinsames Programm

Das Kulturprogramm ist vielfältig und umfangreich. Es beginnt am 1. Juli mit dem offiziellen europaweiten Launch des partizipativen Kunstwerks „Earth Speakr“ von Olafur Eliasson, einem dänisch-isländischen, in Berlin lebenden Künstler. Deutsches Filmschaffen kann von Sommer bis Winter 2020 beim Filmfestival „L’heure d’été“ (in Kooperation mit „Cinema Galeries“), während des „Filmfests Gent“ und bei einem Brüssel-Special zum „Berlinale Forum“ im 70. Jubiläumsjahr der Berlinale (in Kooperation mit BOZAR Cinema) erlebt werden. Auch für Jugendliche gibt es was – in einem Wettbewerb mit dem Titel „#oekoropa“ sollen klimaneutrale Reisekonzepte erarbeitet werden. Wer reist wie am umweltfreundlichsten durch die Hauptstädte der EU-Triopräsidentschaft Berlin, Lissabon und Ljubljana? Damit seien nur einige Beispiele genannt.

Foto: Bundesregierung, BMI

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