Der Traum vom eigenen Butler

Das Kostüm sitzt wie angegossen, die Schuhe sind geschniegelt, die kleine weiße Weste ist blütenedelweiss, ja der ganze Mensch ist einfach perfekt, um nicht zu sagen edel. Wie sprechen vom Butler. Nicht von jenem, der uns in der Fernsehsendung «Dinner for one» zum Jahresende immer wieder herzlich erfreut, weil er durch die vielen Cocktails, die er trinken muss, seine Butlerwürde etwas verliert, sondern die Rede ist hier von jenem Butler, der Diskretion und Untadeligkeit ausstrahlt.

Wie aber wird man Butler? Für jene, die sich für diesen Beruf interessieren, waren bisher England, Holland und die USA die Länder, wo eine solche Ausbildung möglich war. Nun können sich Interessierte auch in Belgien ausbilden lassen. Das Plaza Hotel in Brüssel (fünf Sterne) bietet im kommenden September eine vierwöchige Formation an, in welcher der künftige Butler das erlernt, was ihn später zu einer gefragten und oft auch unentbehrlichen Person im Leben der « High Society » machen kann.

Ist ein Butler heute noch gefragt?

„Auf jeden Fall“, versichert Vincent Vermeulen, Direktor der «School for Butlers and Hospitality», die es seit diesem Jahr in Brüssel gibt. „Wir haben hier in Brüssel Nachfragen von sehr wohlhabenden Familien, die unbedingt einen Butler engagieren möchten. Ein Butler ist oft die Seele des Hauses.“ Er organisiert alles und da er bestens ausgebildet ist, merken die Familien schnell, daß sie ohne ihn nicht mehr auskommen können. Er nimmt die Geschicke des Hauses in die Hand, was er gewissenhaft und diskret ausführt.

Die Angestellten des Hauses unterstehen seiner Aufsicht, vom Chauffeur über den Gärtner, zur Putzfrau bis hin zum Kindermädchen. Er bucht die Reisen, weiß wie und wann man die Koffer packt, organisiert Empfänge und wacht über das Küchenpersonal. Der künftige Butler lernt während der Ausbildung auch, wie man auf diskrete Art und Weise einen unbeliebten oder gar betrunkenen Gast höflich, aber bestimmt zum Ausgang des Hauses geleitet oder wie man während eines Diners bei Tisch die unterschiedlichen Esskulturen der Gäste respektiert.

Dies sind nur einige Beispiele von dem, was der künftige Butler im Plaza Hotel Brüssel erlernen kann. Natürlich ist die Ausbildung nicht umsonst. Sie kostet viel. Insgesamt 6980 Euro für vier Wochen. Aber bisher hat noch jeder, der die Prüfung erfolgreich bestanden hat, einen Job gefunden. Oft wird ein Butler auf Privatjachten gesucht, oder er begleitet Familien für den Sommer an die Côte d’Azur oder gar bis nach China oder Russland. Viele Möglichkeiten stehen ihm offen. Und auch das Gehalt kann sich sehen lassen. Man spricht von einem monatlichen Einkommen zwischen 6.000 und 10.000 Euro (je nach Land auch mehr). Wenn das kein Traumgehalt ist!

Sibylle Schavoir

Erstellt oder aktualisiert am 20. August 2013.

Tags: Brüssel

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