Das Leben im Krieg

Yolande war nur 7 Jahre Alt am Anfang des zweiten Weltkrieges. Sehr gut erinnert sie sich trotzdem noch daran, wie in das Jahr ihrer Erstkommunion, sich alles ändern würde. Mit erwachsenen Augen blickt sie zurück auf eine Zeit die sie als Kind damals kaum verstehen konnte.

Für Yolande war das Leben ohnehin nicht einfach. Sie wuchs auf in Scheldewindeke, einem kleinen Teilgemeinde Oosterzeles (Ostflandern) als das jüngste Kind eine verwitwete Frau, und wohnte in einem demütigen Haus mit ihren 3 Geschwistern. Ihre Mutter arbeitete als Näherin, aber die Familie brauchte die Hilfe den Großeltern um aus zu kommen.


(Red.) Dies ist ein Beitrag aus unserer Serie: „Sprachschüler schreiben für Belgieninfo“. Wir haben absichtlich die Texte nicht korrigiert, um die Verfasser zu ermutigen, in ihren Bemühungen für die deutsche Sprache nicht nachzulassen. Zugleich beglückwünschen wir sie für ihre Kenntnisse und Fähigkeiten. Weiter so!


Offenbar vereinfachte der Krieg das Leben nicht. Nahrungsmitteln wurden rationiert und jede Familie bekam eine bestimmte Menge Gutscheine. Spielwaren gab es kaum, selbst der Sinterklaas konnte nicht mehr als der gelegentliche Apfel schenken. Yolande hatte wohl eine Stoffpuppe die sie sehr liebte, und weiß noch immer wie weh es tat als ihre Mutter die Puppe wegnahm weil sie zu alt geworden war.

Man hatte nie gekämpft in Yolandes Dorf, dennoch hat sie auch Familie verloren im Krieg. Ihr Onkel war ein belgischer Soldat, der auf tragische Weise erschossen wurde von anderen Belgiern während er nach Hause ging, schon nach der Übergabe der belgischen Streitkräfte. An diesem Abend haben sie lange Zeit geschrien. Yolandes Großeltern hatten mehr Glück. Eine Bombe zerstörte einen Teil ihres Haus, aber glücklicherweise waren sie nicht zu Hause als die Bombe einschlug.

Capture d’écran 2014-05-31 à 14.45.28Aber der Krieg endete und nach die Deutschen, die so mit ihrer komischen Sprache gelacht hatten, kamen die Engländer mit Candy und Freiheit und bald war alles nahezu wie früher, aber die Menschen waren nicht mehr die gleichen.

“Das fremdste für mich, wenn ich jetzt denke an den Krieg, ist die Irrealität der ganze Sache, “erzählt Yolande, “ich war noch jung, ich verstand nicht wirklich was passierte. Ich hatte Angst, und mein Leben hatte sich ja geändert, aber was ‚Krieg‘ bedeutete, konnte ich irgendwo nicht begreifen, denke ich. Nur nach dem Krieg fühlte ich mich wirklich anders.”

Yolande verließ die Schule als sie 14 war, und wurde Näherin, wie ihre Mutter, bis sie Roger traf, der schönste Mann im Dorf, alle Frauen wollten ihm, er wählte aber sie. 35 Jahre lang war Yolande Bäckersfrau und 55 Jahre lang war sie verheiratet mit Roger, womit sie 5 Kinder hat, bis seinem Tod in 2011. Jetzt ist Yolande 80 Jahre alt, und hat 7 Enkelkinder und sogar 2 Urenkel.

Nie hat Yolande den Schatten ihres Kirchturms verlassen und nie war sie die selbte nach dem Krieg. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ihrer Kekse und Süßigkeiten is oft überschritten, aber wen kümmert es? Es gibt wichtigere Dinge im Leben.

Autor: Nicolas De Keyser 

 

 

 

 

Tags: WK2

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