Das Deutschlandjahr der ULB

5036_ULB_A_buildingAktuell steht die Freie Universität Brüssel (ULB) ganz im Zeichen Deutschlands. Unter der aktiven Mitwirkung des deutschen „bilateralen“ Botschafters Dr. Eckart Cuntz, dem Präsidenten der deutschen Hochschulrektorenkonferenz Prof. Dr. Horst Hippler sowie dem Rektor der ULB, Didier Viviers, wurde hier am 6. Oktober das Deutschlandjahr eröffnet. Bei dem akademischen Schwerpunkt geht es vor allem darum, die Zusammenarbeit beider Länder im wissenschaftlichen sowie Forschungsbereich gezielt zu intensivieren.

Über den Forschungsbereich hinaus sollen durch ein breit gefächertes Rahmenprogramm die deutsche Lebensart und das deutsche Lebensgefühl vermittelt werden, während die ULB in Brüssel ihre lebendige Tradition der Gastfreundschaft sowie ihre akademische Kompetenz in den unterschiedlichsten Bereichen präsentieren möchte.

„Ich möchte mich herzlich bei dem deutschen Botschafter Dr. Cuntz für seine Idee, das Deutschlandjahr an die ULB zu bringen, bedanken. Als er mich auf diese Möglichkeit ansprach, habe ich direkt zugegriffen,“ so Didier Viviers. Nicht zuletzt dank europäischer Mobilitätsprogramme bestehe in Bildung und Forschung eine dynamische Zusammenarbeit mit anderen Universitäten weltweit.

Dabei verbinde Deutschland und Belgien neben der akademischen Zusammenarbeit alleine über Bier und Folklore so viel miteinander. In diesem Zusammenhang verwies er auf die exzellenten Kontakte zwischen der ULB sowie deutschen Universitäten, die allerdings noch ausgebaut werden könnten. Deutschland sei nicht nur geographisch nah, sondern Belgien stehe in Lehrmethoden deutschen Universitäten näher als englischen oder französischen, obwohl die ULB ja französischsprachig sei. Weiter sprach er über die Mobilität der Studenten und Dozenten. 134 deutsche Studenten hätten in diesem Studienjahr den Weg zur ULB nach Brüssel gefunden und sich zum Studium eingeschrieben.

indexAn der ULB wird der Großteil der Lehrveranstaltungen in französischer Sprache abgehalten. Gleichzeitig steigt das Angebot an Masterstudiengängen teilweise oder gänzlich auf Englisch, wenngleich Deutsch fehlt, was deutsche Dozenten kaum davon abhält, zunehmend an der ULB zu unterrichten.

Auch Prof. Dr. Hippler blickt auf eine lange, erfolgreiche akademische Zusammenarbeit mit Belgien zurück. Trotz der Dynamik und des Engagements deutscher und belgischer Hochschulen oder Partnerschaften, bestehe noch viel Potential für den Wissenschaftsaustausch. Und dazu bietet das Deutschlandjahr, das zuvor bereits in Antwerpen, Löwen oder Namur zur festen Einrichtung geworden ist, die ideale Plattform für den Ausbau weiterer Kooperationen in Wissenschaft und Forschung.

Darüber hinaus gibt es in den nächsten Monaten anhand von Konferenzen, Seminaren, Kolloquien, Kulturveranstaltungen sowie gastronomischen Events, viel Gelegenheit zu diskutieren, welche Modelle der Mobilität und Kooperation sich bewährt haben, und welche Impulse sich daraus für eine künftige Zusammenarbeit gewinnen lassen. Einig war man sich bereits zum Start des Deutschlandsjahrs: Der Rektor der ULB, Didier Viviers und Prof. Dr. Hippler betonten, dass trotz vieler Befürworter Universitäten auf gar keinen Fall mit Fachhochschulen fusionieren dürften. Das seien zwei verschiedene Richtungen, eine Angliederung führe zum Mißerfolg, wie ein deutsches Modell bereits gezeigt habe.

Heide Newson

Das gesamte Programm:
http://www.ulb.ac.be/international/allemagne.html

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