Bloß nicht hinfallen!

Von Rudolf Wagner.

Wie schön, es schneit! Wer kümmert sich eigentlich um die Schneebeseitigung auf den Bürgersteigen? Wer sorgt für die Sicherheit der Fußgänger, und wer ist verantwortlich, wenn doch einmal jemand stürzt und sich verletzt? Natürlich gibt es für alles Vorschriften: je nach Brüsseler Gemeinde fallen die Regeln allerdings unterschiedlich aus, und auch für Belgien allgemein ist es am besten, sich feste Schuhe anzuziehen und auf sich selbst zu achten.

Bürgersteige müssen schneefrei gehalten werden, zumindest gestreut, aber die Behörden rechnen mal mit einem Meter Breite, mal mit 1,50. Wohin mit dem Schnee, den man gerade entfernt hat? Niemals auf Gullys oder an den Straßenrändern, oder eben doch, wenn neben den Gehwegen nicht genug Platz ist. Zum Schneeschaufeln verpflichtet sind der oder die Eigentümer der angrenzenden Immobilie verpflichtet, aber auch Mieter, Hauswarte, manchmal auch die Verwalter („syndics“) – doch auch wenn tagelang nichts geschieht, schreitet die Polizei nach unserer Erfahrung nicht ein.

Umweltvorschriften gibt es nur wenige. Ob man in einer Brüsseler Gemeinde Salz gegen Schnee und Glätte streuen darf, ist meist ungeklärt. Erst recht, wann: wer Salz auf Schnee streut, produziert Schmelzwasser, das wieder gefrieren kann. So schafft man neue Unfallgefahren. Der Sender RTBF empfiehlt aus aktuellem Anlaß, Salz, Asche und rutschhemmendes Holz nach Anwendung vom Bürgersteig zu fegen und auf den Gartenkompost zu schütten. So einen Rat sollte man, bescheiden gesagt, mal überprüfen.

Die juristische Verantwortlichkeit für einen Sturz auf glattem Gehweg müssen die genannten Reinigungsverpflichteten nur tragen, wenn man ihnen Versäumnisse nachweisen kann. Das bietet ein Feld für hohe Anwaltskosten, und auch die Haftpflicht-Versicherungen („responsabilité civile“) müssen zumindest wegen Selbstverschuldung nicht einschreiten, wenn man einem Bus hinterher rennt und dabei wegen Glatteis auf die Schnauze fällt.

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