Belgien zittert sich nach Torchancenfestival ins Viertelfinale

Belgien hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien den Mantel des Geheimfavoriten abgelegt und wird nach dem hart umkämpften, aber verdienten 2-1-Sieg gegen die USA im Achtelfinale nun zum Kreise der „echten“ Titelkandidaten gezählt. Bei dieser WM ist alles möglich. Favoritensterben in der Vorrunde, spannende Verlängerungen in den Achtelfinalspielen und Ergebnisse auf des Messers Schneide.
Auch Argentinien, der Viertelfinalgegner der Belgier am 5. Juli musste erfahren, dass eine Favoritenrolle bei dieser WM-Endrunde nichts zu bedeuten hat. Mit Mühe und Not und einem Quentchen Glück qualifizierten sich die Gauchos mit dem Weltstar Lionel Messi in ihren Reihen in der 119. Minute gegen die Schweiz. Belgien dagegen machte es andersherum spannend. Schon von Beginn an war im Spiel gegen die vom Deutschen Jürgen Klinsmann trainierten US-Boys klar, dass die Roten Teufel ihren Dreizack mehrfach zum Pieksen der US-Abwehr gebrauchen würden. Die Zinken des Teufelsgerätes trugen die Namen Origi, de Bruyne und Vertonghen. Insbesondere der schnelle Linksverteidiger Vertonghen vom englischen Premier-League-Club Tottenham Hotspur mischte sich gerne und erfolgreich in das Offensivspiel der Belgier ein.
Bester Mann auf dem Platz war zweifelsfrei der für den VfL Wolfsburg kickende Mittelfeldregisseur Kevin de Bruyne. Der lauf- und flankenfreudige Blondschopf überrannte die US-Abwehr einige Male. Wenn er nicht selbst zum Abschluss seines Angriffs kam, setzte er Fellaini oder den jungen Divock Origi in Szene. Dank de Bruynes läuferischem Einsatz erspielte sich Belgien Chancen über Chancen.In der zweiten Halbzeit hatte es selbst den Anschein, als würden die Roten Teufel die USA förmlich an die Wand spielen. Ein Tor hing förmlich in der Luft, doch das Tor der Amerikaner schien vernagelt. Ein starker Tim Howard zwischen den Pfosten vereitelte Chance nach Chance, so dass es auch nach der regulären Spielzeit noch 0-0 stand und eine Verlängerung her musste.In dieser machte Belgien dann weiter Druck. Nach der Einwechslung des Sturmriesen Romelu Lukaku, der Divock Origi in der Sturmspitze ersetzte, kam frischer Wind ins Spiel. Lukaku bediente de Bruyne, und der schlenzte das Leder kurz nach dem Wiederanpfiff der Partie präzise vorbei an Torwart Howard ins linke Eck.
Einige Augenblicke später startete Lukaku auf links durch und kam selbst zum Abschluss. 2-0 für Belgien. Das hätte es eigentlich gewesen sein müssen, aber wie durch ein Wunder drehten die USA noch einmal voll auf und fanden ungeahnte Kraftreserven. Ein völlig aus der Luft gefallener Anschlusstreffer gab zusätzlichen Auftrieb.Zum Ende der Partie drückten die Amerikaner, und die belgische Hintermannschaft geriet arg in Bedrängnis. Nach mehreren glücklichen Rettungsaktionen von Daniel van Buyten, Vincent Kompany und dem zurückgeeilten Fellaini hat Belgien einen über lange Strecken sicher geglaubten Sieg noch „so eben“ über die Zeit retten können. Ein so packendes Spiel hat man bei dieser WM lange nicht gesehen! Glückwunsch Belgien!

Armand Demeulenaere

Tags: Fußball

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