Ausstellung „Béjart-Dali“, einer tiefen Freundschaft gewidmet

bejart2Von Heide Newson.

Mehr als 30 Jahre lebte und arbeitete Maurice Béjart unweit der Grand´Place in der Rue de la Fourche 49. Anlässlich seines Todestages, der sich am zum 22.November zum achten Mal jährte, wurde das „Maison Béjart“ um einen Ausstellungsraum erweitert, der einem besonders schönen, wenngleich relativ unbekannten (Lebens-)Kapitel Béjarts gewidmet ist. Unter dem Titel „L`Exposition „Béjart-Dali“ thematisiert und dokumentiert sie seine enge Zusammenarbeit und Freundschaft mit Salvator Dali. Gezeigt werden Photos, Dokumente, Kostüme, Briefe, Fernsehinterviews, Manuskripte, Zeitungsartikel, Malarbeiten, Bühnenbilder, Briefe oder Choreografien, die der Öffentlichkeit erstmals zugänglich gemacht wurden. Videos und Musikstücke aus gemeinsamen Inszenierungen runden die höchst informative Ausstellung ab.

Im Jahr 1961 hatte die Zusammenarbeit zwischen Maurice Béjart, einem der herausragendsten Choreografen des 20. Jahrhunderts und dem genialsten Künstler der Moderne, Salvador Dali, begonnen. Zusammen kreierten sie u.a. „Le Ballet de Gala“, ein Schauspiel in drei Teilen. „Dali ist eine der wenigen Personen, die ich wirklich gekannt habe. Ich besuchte ihn in Cadaqués, übernachtete in seinem Appartement, in Venedig waren wir drei Wochen lang unzertrennlich. Er konnte provozieren, gleichzeitig war er sehr sensibel und schüchtern. Ich habe wundervolle Erinnerungen an ihn und unsere Zusammenarbeit“, so Bejart über diese tiefe Freundschaft.

Die legendäre Boléro-Inszenierung

„Béjart und Belgien“, das war eine mehr als 30jährige Liebe. Nie machte der in Marseille gebürtige Franzose ein Geheimnis daraus, dass ihm Belgien näher als Frankreich stand. So nah, dass er gerne die belgische Staatsangehörigkeit angenommen hätte. Er machte nicht in Frankreich, sondern in Brüssel die große Karriere. Im Jahr 1961 erhielt er eine feste Anstellung im Königlichen Opernhaus „La Monnaie“, in Brüssel gründete er das Ballett des 20. Jahrhunderts, in Brüssel schuf er „Le sacre du printemps“. In seinem Haus entstand, seine legendäre „Boléro“-Inszenierung. Nur als die hohen finanziellen Zuschüsse für seine preisgekrönten, jedoch teuren Choreografien nicht mehr bewilligt wurden, verlegte er zum Entsetzen ganz Belgiens seine Kompanie nach Lausanne. Es entstand das „Béjart Ballet Lausanne“.

IMG_2249Wie kein anderer hat er den Tanz hier in Brüssel aufgewertet, in seiner „Mudra“-Tanzschule formte er eine neue Generation von Tänzern und Choreografen, er selbst war der Picasso des Tanzes, er verdient auch in Belgien höchste Anerkennung“, sagte der damalige Premierminister Guy Verhofstadt anläßlich des Todes von Maurice Béjart am 22.November 2007 in Lausanne.

Als Erneuerer des Balletts sei Béjart im Jahr 1960 nach Brüssel gegangen. Das klassische Ballett habe er revolutioniert, das Ballett des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen, und mit diesem Ensemble habe er sein „Totaltheater“ geschaffen, in dem Sprache, Musik, Tanz und Regie zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfanden. Mit seinen spektakulären Aufführungen habe er dem Ballett in Belgien ein völlig neues Publikum erschlossen.

La Maison Maurice Béjart

Um Béjarts Gedenken und den Tanz in Brüssel weiter lebendig zu halten, wurde 2008, ein Jahr nach seinem Tod, das „Maison Maurice Béjart“ im Herzen Brüssels eröffnet, das im Jahr 2015 das Statut eines Museums erhielt. In der zweiten Etage des komplett renovierten Hauses, wo sich das Dokumentationszentrum und die Archive untergebracht sind, finden im Wechsel anspruchsvolle Ausstellungen wie „Béjart-Parcours Libre“ oder „Béjart-Nurejew“ statt, wie jetzt im neuen Saal im Erdgeschoss bis Ende März die „Béjart-Dali“ Expo.

Es war Prinzessin Léa, Ehrenpräsidentin des Museums, die anlässlich des 8. Todestags des weltberühmten Choreografen die „Béjart-Dali“ Ausstellung eröffnete. „Ich bin glücklich, das „Maison Béjart unterstützen zu können“, sagte sie, „was ich aus folgenden Gründen mache: Ich liebe den Tanz. Und wie Nietzsche bereits im Jahr 1883 sagte, empfinde ich genau wie er damals, einen Tag so ganz ohne Tanz als einen verlorenen Tag.“

IBejart-Dali-Com-de-pressenfo: Maison Maurice Béjart
49 Rue de la Fourche – 1000 Bruxelles
02 347 44 68
www.maisonbejarthuis.be
Öffnungszeiten: bis Ende März, Verlängerung nicht ausgeschlossen, täglich von 14-18Uhr, montags geschlossen.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.