Art Deco Ausstellung in der Villa Empain

Von Anna Kotzan.

Für schnell Entschlossene und Art Deco-Fans bietet die Austellung „Flamboyant“ bis zum 6. Oktober noch ein besonderes Schmankerl.

Brüssel ist in vielerlei Hinsicht eine bunte und facettenreiche Stadt und dies zweifelsohne auch mit Blick auf die Vielfalt der Architekturstile. Vor allem Liebhaber des Art Deco werden köstlich mit ebenso üppig dekorierten wie fantasievollen Bürgerhäusern und Villen bedient.

Diese Architektur ist auch Ausdruck eines Lebensstils, den die noch laufende Ausstellung in der Villa Empain mit dem geschichtsträchtigen Wort “Flamboyant” beschreibt.

Die Idee des Flamboyanten, des Brillanz erzeugenden, charakterisiert eine Zeit, die vom Drang nach Veränderung, dem Wunsch seine Träume zu leben und der Ausstrahlung einer Befreiungsbewegung geprägt ist. Sie entstand als Gegenbewegung und zur Überwindung des Traumas des Ersten Weltkriegs, der aus der Erinnerung gewischt werden und dessen Düsternis durch lustvolles und Neues ersetzen sollte. Es war die Zeit von Charleston, Tango und Jazz.

Die Villa Empain ist ein Juwel ihrer Zeit. Der Schweizer Architekt Michel Polak bekam 1930 freie Hand die edelsten Materialien zu verwenden und realisierte so seine Idee, Art Deco mit der Nüchternheit des Bauhauses zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk zu verbinden.  Bauherr war der erst 22-jährige Louis Empain, dessen Vater als genialer Geschäftsmann unter anderem für die Pariser Metro und ihre legendären Eingänge verantwortlich zeichnet.

Die nun nur noch bis Sonntag, 6. Oktober, gezeigte Ausstellung bietet dem Besucher eine Reise durch diese Epoche, ihre Ästhetik und das Lebensgefühl anhand einer nachgestellten Einrichtung, die für Kunstgeschmack und Großzügigkeit steht. Eine Freitreppe für den großen Auftritt fehlt, hier regieren Kunst und Design. Steht man am Ende des Swimmingpools an der Gartenseite und betrachtet die Spiegelung der Villa im Wasser wird dieser Gedanke deutlich. Mit 500 qm war er seiner Zeit übrigens einer der größten in Belgien.

Schirmherr der Ausstellung ist die Boghossian Foundation, die die Villa 2006 erwarb und mit Umsicht und Gefühl originalgetreu restaurieren ließ. 2011 wurde sie dafür mit dem Europa Nostra Preis geehrt.

 

Boghossian Foundation – Villa Empain

Center for art and dialogue between Eastern and Western cultures

geöffnet: 11.00-18.00 Uhr, bis 6. Oktober 2019

Avenue Franklin Roosevelt 67 – B 1050 Brussels

www.boghossianfoundation.be

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