Ansteckendere Corona-Varianten fassen Fuß in Belgien

Von Heide Newson.

Die Angst vor den neuen Corona-Mutationen wächst in Belgien. „Die Coronavarianten rücken vor“, titelt die flämische Tageszeitung „Het Laatste Nieuws“. Tatsache ist, dass sowohl die britische, als auch die südafrikanische Mutation bei Patienten in Belgien nachgewiesen wurden, die nicht verreist waren. Sie haben sich in Belgien angesteckt.

„Die Corona-Varianten können hier Fuß fassen“, warnten Gesundheitsexperten und plädierten immer nachdrücklicher für eine Verschärfung der Grenzkontrollen und der Quarantäne-Regeln für Auslandsreisende. Insbesondere die neue Variante aus Großbritannien sei wesentlich ansteckender und verbreite sich im Eiltempo. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete jüngst, dass die sogenannte britische Mutation bereits in 50 Ländern festgestellt worden sei, die südafrikanische bereits in 20 Ländern. In Belgien gibt es laut dem Virologen Marc Van Ranst jeden Tag mehr bestätigte Infektionen mit der britischen Variante. Das müsse gestoppt werden.

Wegen der großen Ansteckungsgefahr haben mehrere Länder den Reiseverkehr mit Großbritannien inzwischen eingeschränkt. Auch belgische Gesundheitsexperten halten diese Maßnahme für sinnvoll. So forderte Flanderns Gesundheitsminister Wouter Beke strengere Kontrollen beim Reiseverkehr nach Großbritannien. Auch wer weniger als 48 Stunden dort war, müsse getestet werden und sich in Quarantäne begeben. Seit Freitag gelten diese strengeren Regeln für alle Einreisenden aus Großbritannien, die ihren Hauptwohnsitz nicht in Belgien haben. Sie müssen das Passenger Locator Form (PLF) ausfüllen und vor der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen, gab Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) in einer Pressemitteilung bekannt.

Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer und ein wenig Licht im dunklen (Corona-) Tunnel. Er kommt von der bisher in Sachen Corona stark kritisierten Europäischen Kommission. EU-Gesundheitsministerin, Stella Kyriakides teilte der EVP-Fraktion des Europaparlaments mit, dass der amerikanische Impfstoffhersteller Johnson&Johnson im Februar bei der EU einen Antrag auf die Zulassung ihres in den Niederlanden hergestellten Impfstoffes stellen würden. „Wenn das klappt, dann haben wir schon einen vierten Corona-Impfstoff,“ so der CDU-Europaabgeordnete Dr. med. Peter Liese. Dieser Impfstoff habe den Vorteil, dass nur eine Impfung nötig sei, um geschützt zu sei und er nicht, wie die anderen, in zwei Impfschritten verabreicht werden müsse. Zudem sei er leichter zu lagern und zu verimpfen als das Produkt von BioNtech/Pfizer. 400 Millionen Dosen habe sich die EU davon gesichert, wovon Belgien auch seinen Anteil erhalte.

Vier Krankenhäuser innerhalb Belgiens werden am 18. Januar beginnen, die ersten Dosen des mittlerweile zugelassenen Impfstoffs des Herstellers Moderna zu verabreichen. Auch Belgiens Apotheker bereiten sich darauf vor, an dieser Impfkampagne teilzunehmen und ihrer Verantwortung dabei gerecht zu werden. Die Branchenvertreter betonen, dass sie, wie Allgemeinmediziner und Krankenschwestern, zu den Versorgern und Ansprechpartnern gehören, die für ihre Patienten bzw. Kunden leicht erreichbar sind.

Obwohl der Impfzeitplan bereits in groben Zügen festgelegt ist, müssen noch viele Details ausgearbeitet werden, die die Regierung bald bekannt geben will.

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