25 Jahre EU-Landesvertretung MeckPom

info_bueroVon Jan Kurlemann.

Mit den Klängen des „Girls from Ipanema“ begleitete das Rostocker Pasternack-Trio die Gäste vom Strand in Rio an die Ostseeküste. Bandleader Pasternack, der gefühlvoll das in Belgien erfundene Saxophon erklingen ließ, war selbst zum ersten Mal in Brüssel. Ebenso wie die Künstlerin Sandra Bergemann, deren Bilder „zwischen Wasser und Erde“ Motive zwischen den Schweizer Alpen und der Ostsee auf eine eigene, phantasievolle Weise im Spiel des Lichtes zur Geltung bringen.

Uta-Maria Kuder, die Ministerin für Justiz und Europa, erinnerte daran, wie der damaligen EWG in den 50er Jahren „Länderblindheit“ vorgeworfen wurde. Das habe sich längst geändert, wie aus der Existenz des Ausschusses der Regionen und der gestärkten Position der Bundesländer in Artikel 23 des Grundgesetzes sichtbar werde. “Die Länder leben von rechtzeitiger Information“, betonte die Ministerin. So würde eine „EU-Blindheit“ der Länder verhindert. Sie weiß, wovon sie spricht, gehört sie doch selbst dem Ausschuß der Regionen der EU als Mitglied an.

Schwieriger Beginn für das Informationsbüro

Die Politikerin erinnerte an das „Gerangel“ zwischen dem Bund und den neuen Bundesländern um die frühere DDR-Botschaft, das jahrelang dauerte. Schließlich „besetzte“ die erste Büroleiterin ihres Landes das Gebäude, und dort blieb das Büro dann auch. Inzwischen teilt das Land das geschickt erneuerte Haus mit Sachsen-Anhalt und Regionen Bulgariens, Polens und Italiens. Es ist wirklich ein „Zentrum der Regionen“ geworden.

Der Europa- und Rechtsausschuß des Landtages war zu seinem traditionellen Besuch in Brüssel und traf auf dem Empfang hier den Europaparlamentskollegen Werner Kuhn und viele andere. Die europäischen Institutionen waren hochrangig vertreten, besonders der Ausschuß der Regionen, und die Regionen der EU selbst.

Abschied von Europa

In einer wehmütigen Ansprache forderte Detlef Müller, der Vorsitzende des Europa- und Rechtsausshusses des Landtages, die Länder sollten „ihre Rolle in Europa“ spielen. Brüssel liege „nicht um die Ecke“. Umso wichtiger sei es, Europa den Bürgern näherzubringen. Wehmütig klang er, weil er nach der Landtagswahl im Herbst nicht nach Belgien zurückkehren wird. So nutzte er seine letzte Gelegenheit, sich für Mecklenburg-Vorpommern bei der Europäischen Union vor Ort zu bedanken. Das Land habe von ihr profitiert wie kaum ein anderes. Nur so sei es möglich gewesen, dass aufgrund der guten Entwicklung seit zehn Jahren keine Schulden mehr gemacht werden mußten.

Ein Stern vom Himmelsgewölbe des Schweriner Schlosses

boestDie Redner waren des Lobes voll über Dr. Reinhard Boest, den Leiter des Büros – das in Wirklichkeit doch eine Vertretung ist. Der Ausschussvorsitzende überreichte ihm feierlich zum Dank einen Stern, die Nachbildung eines der zwölf Sterne, die den Gewölbehimmel des Schweriner Schlosse schmücken.

Die Gäste genossen den Fisch, den Fischer in der Ostsee und einem Binnensee gefangen hatten, und der köstlich schmeckte. Das Bier kam von der Insel Usedom, der Wein allerdings nicht von der Ostseeküste, sondern aus der Pfalz. Geschickt terminiert war der „Parlamentarische Abend“ zur Feier des 25jährigen Bestehens des EU-Informationsbüros von Mecklenburg-Vorpommern. Kein Spiel um die Europameisterschaft im Fußball stellte Teilnehmer vor Gewissenskonflikte.

Info:

http://www.baden-wuerttemberg.de/de/regierung/baden-wuerttemberg-in-europa-und-der-welt/landesvertretung-in-bruessel/

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