Das Goethe-Institut ehrt Gerard Mortier posthum

gerard-mortier-2014Die polnische Intendantin und Festivalleiterin Krystyna Meissner, der amerikanische Regisseur und Bildende Künstler Robert Wilson und der belgische Opernintendant Gerard Mortier (posthum, Bild links) wurden mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, verlieh den offiziellen Orden der Bundesrepublik am 28. August  im Stadtschloss Weimar.  Mit  der Auszeichnung würdigt das Goethe-Institut 2014 zum 60. Mal Personen, die sich um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.

 „Die drei Protagonisten des heutigen Tages haben mit ihrem künstlerischen Potential Grenzüberschreitung geradezu zum Programm gemacht und unsere Spiel- und Denkräume ungemein erweitert“, mit diesen Worten eröffnete Klaus Dieter-Lehmann den Festakt im Weimarer Stadtschloss.

Gerard Mortier wird die Goethe-Medaille posthum verliehen. Das Goethe-Institut ehrt den im März verstorbenen Intendanten als einen der wichtigsten europäischen Kulturprotagonisten und mutigen Erneuerer des Musiktheaters. Immer wieder habe er auf zentralen Positionen auch die deutsche Opern- und Kulturszene geprägt, so Lehmann. Dazu gehörten Stationen des 1943 in Gent geboren studierten Juristen und Kommunikationswissenschaftlers als Intendant und Künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele und der Ruhrtriennale. Stets war es ihm dabei ein Anliegen, vor allem auch ein junges Publikum für die Oper zu begeistern.

Die Entscheidung, Gerard Mortier die Goethe-Medaille zu verleihen, fiel vor seinem Tod, die Nachricht darüber soll er noch mit großer Freude aufgenommen haben. Sein langjähriger Weggefährte Silvain Cambreling hat die Auszeichnung nun für ihn entgegengenommen. Cambreling ist derzeit der Generalmusikdirektor der Oper Stuttgart und Principal Conductor des Yomiuri Nippon Symphony Orchestra Tokyo. In ihrer Laudatio auf Gerard Mortier charakterisierte Nike Wagner, die Leiterin des Beethovenfests Bonn, seine Arbeit als visionär, ihn selbst als Weltenbürger. „Die Furchtlosigkeit, mit der Mortier agierte, nur aus dem Impetus des Kunstmenschen heraus, des Künstlerintendanten, war so eindrucksvoll wie spektakulär“, so Wagner.

Gemeinsam mit dem Kunstfest Weimar veranstaltet das Goethe-Institut am Tag der Verleihung ein Gespräch mit Krystyna Meissner, Robert Wilson und Sylvain Cambreling. Die Diskussion zum Thema „Faszination deutsches Theater“ moderiert Christina von Braun, Kulturwissenschaftlerin und Vize-Präsidentin des Goethe-Instituts.

Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizieller Orden anerkannt. Von 1992 bis 2008 wurde sie jährlich anlässlich des Todestags Goethes in Weimar verliehen. 2009 fand die Verleihung erstmals am 28. August, dem Geburtstag Goethes, statt.

Seit der ersten Verleihung 1955 sind insgesamt 335 Persönlichkeiten aus 62 Ländern geehrt worden. Zu den Preisträgern gehören unter anderen Adonis, Daniel Barenboim, Pierre Bourdieu, David Cornwell alias John le Carré, Sir Ernst Gombrich, Lars Gustafsson, Agnés Heller, György Ligeti, Ariane Mnouchkine, Sir Karl Raimund Popper, Jorge Semprún, Billy Wilder oder Helen Wolff.

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