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Von  Marijke Bernaerts und Danaë Geboers

Uhren, Spitze und Dichter

Belgische Studenten schreiben deutsche Texte/8

(Red.) Mit diesem nur geringfügig korrigierten Beitrag von Marijke Bernaerts und Danaë Geboers setzen wir unsere Reihe der Berichte von belgischen Studenten und Schülern der deutschen Sprache fort, die wir zu ihren Kenntnissen beglückwünschen und die wir ermuntern möchten, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen. Bravo!

Lier ist eine kleine Stadt in der belgischen Provinz Antwerpen. Es lohnt sich, sie zu besuchen. Es gibt gesellige Straßen, gute Restaurants, ein lebendiges „Nachtleben“, interessante Museen und viel Geschichte. Ein Stadtporträt.

Im Zentrum der Stadt findet man ein Denkmal, het Schapenkoppenmonument, dass die Legende hinter dem Spitznamen der Lierer, die „Schafköpfe“, erzählt: Im 14. Jahrhundert durfte das Lier von Herzog Jan II. wählen zwischen einem Viehmarkt und einer Universität. Lier wählte den Viehmarkt. Hertog Jan II. nannte die Leute aus Lier darum „Schafsköpfe“, ein Spitzname, die sie bis heute noch tragen.

Sehenswürdigkeiten...

Es gibt verschiedene Museen in Lier. Eines davon ist das Stedelijk Museum Wuyts-Van Campen & Baron Caroly, benannt nach dem zwei wichtigsten Stiftern der Kollektion. Hier kann man unter anderem die Werke von Pieter Breughel d.J., Pieter Paul Rubens und Frans Floris besichtigen, wie auch das Werk Raymond de la Haye, einem Maler aus Lier. 

Eine andere Sehenswürdigkeit ist den Zimmerturm. Hier kann man das Lebenswerk des Uhrmachers Louis Zimmer sehen: die Jubelglocke, die Zimmer 1930 aus Anlass des hundertsten Jahrestages der Unabhängigkeit Belgiens seiner Heimatstadt schenkte und die 1932 eingerichtete astronomische Uhr, die die Wirkung des Universums illustriert. In dem Zimmerpavillon neben dem Turm kann man die Wunderglocke anschauen, die die siderische Zeit, die belgische Zeit und die dezimale Zeit zeigt. Hier kann man auch das Atelier Zimmers besichtigen.

...und Schmackhaftes

Eine Spezialität von Lier ist das „Liers Vlaaike“. Es ist ein Gebäck, das schon seit 300 Jahren besteht. Das „Liers Vlaaike“ wurde 1977 offiziell als Regionalprodukt anerkannt. Felix Timmermans, einen Autor aus Lier, schrieb in seinem Roman „Keersken in de lanteern“ übers „Lierse Vlaaike“: Ein Bäcker namens Sooike van der Musschen nimmt an einer Ausstellung teil. Auch König Leopold II. besucht dieser Ausstellung. Normalerweise dürfen die Aussteller nicht mit den Gästen reden, aber Sooike gibt dennoch dem König ein „Liers Vlaaike“. Es gefällt der König und er fragt, was die Ingredienzen sind. Sooike sagt, dass es ein großes Geheimnis ist. Aber der König antwortete: „Seid sicher, ich werde Ihnen keine Konkurrenz sein.“ Ein paar Wochen später hängt über der Tür der Bäckerei das königliche Wappen mit der Inschrift: „Fournisseur de la cour“ (Hoflieferant).

Auch die Spitze von Lier ist eine uralte Tradition. Sie ist einzigartig, weil es keine Klöppelspitze ist, sondern Tüllspitze. Mit Klammern werden Kettenstiche in unterschiedlich dicker Baumwolle auf Tüll gestickt. Dies gibt dann Schatteneffekte.

Lier wurde auch weltweit bekannt durch die Perlenstickerei. Hier werden Perlen und Pailletten mit Kettenstichen auf Tüll gestickt. Heute wird diese Technik als Hobby ausgeübt und noch immer unterrichtet. In Lier existieren verschiedene Spitzen-Kreise, hauptsächlich im Beginenhof.

Es gibt einige Plätze in Lier, wo man wirklich genießen kann. Aus Erfahrung wissen wir, wo wir sein müssen. Für eine herrliche Pizza sollen Sie bei Rosario sein! Eine etwas umfangreichere Mahlzeit bekommen Sie im Zuster Agnes. Für die Jugend sind die Eikenstraße und das Zimmerplein sehr einladend. Hier befinden sich mehrere Kneipen und Bars. Einige sehr attraktive Kneipen sind: Fagoempel, Refuge, Kaai 28 usw. Auch hat Lier einige Diskotheken: La Rocca, Illusion, de Volmolen. Die viele Terrassen, die Geschäftsstraßen, die Restaurants – das alles macht aus Lier eine Stadt mit ein Herz.

Öffnet externen Link in neuem FensterHier finden Sie die anderen Artikel der Reihe "Belgische Studenten schreiben deutsche Texte."


Erstellt oder aktualisiert am 23. August 2011.
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