Wenn die Schule zum Staat wird

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Deutscher Botschafter Lüdeking zu Gast in der IDSB

Von Patrick Freyer.

In diesem Jahr fand an der Internationalen Deutschen Schule Brüssel erstmals das Projekt „Schule als Staat“ statt. In dem einwöchigen, alle Klassen übergreifenden Projekt sollte ein vollständiger Staat simuliert werden. Hierzu wurden Unternehmen gegründet, eine eigene Währung produziert, Abgeordnete verschiedener Parteien gewählt und eine Regierung gebildet.

Das Projekt begann somit nicht erst in der letzten Woche der Schule vor den Ferien, sondern schon lange davor mit Unternehmensgründungen und Wahlkampf. Der bringt ganz neues Leben in die Schule. Bei uns bildeten sich vier Parteien: die Liberal Demokratische Gummibärchen Partei, die Partei Vaterländischer Christen, das Internationale Deutsch-Sozialistisch-Demokratische Bündnis und schließlich die Vereinigte Schüler Partei.

Nach mehreren Wahlkampfevents und Podiumsdiskussionen gewann schließlich knapp die Vereinigte Schüler Partei und bildete bald eine Regierung, welche sich umgehend daran machte, die durch die Spielleitung (bestehend aus vier Schülern) vorgegebene Verfassung zu bearbeiten.

Seinen vollen Umfang entfaltete das Projekt aber natürlich erst, als die Bürger des jungen Staates ihren Kanzler begrüßten und sich voller Elan in ihren zahlreichen Betrieben an die Arbeit machten. Mit dabei waren unter anderen eine eigene Zeitung mit Werbeagentur, der Zoll, Investmentbanken, ein privates Krankenhaus, ein Gericht sowie eine Anwaltskanzlei und sogar eine eigene Kirche – die des fliegenden Pizzamonsters! Für das leibliche Wohl der Bürger sorgten zahlreiche Restaurants und Imbissbuden, die ihre Waren aus dem staatlich subventionierten Supermarkt bezogen.

mzhfqtfbnzqtnzu5rs00otczltkxreetmky3njjgndndnthfqghvbwujsessionidbfcc6ec720fd3fcdf61af8457691e5d1-n4Der Höhepunkt

Einen besonderen Höhepunkt erreichte das Projekt am letzten Tag, als knapp drei Stunden vor Ende nach hoher Inflation die Regierung mit einem Misstrauensvotum abgesetzt wurde.

Trotz aller Schwierigkeiten waren die Schüler sehr erfreut über diese sehr ungewöhnliche letzte Schulwoche mit einem so praxisnahen Lernwert! Und die Spielleitung war derart erfreut über den Erfolg, dass abschließend spontan noch Auszeichnungen vergeben wurden. Diese gingen beispielsweise an zwei hoch engagierte Achtklässler, welche das Parlament zuverlässig mit immer neuen Gesetzesvorschlägen versorgt haben, sowie an ein Unternehmen bestehend nur aus Sechstklässlerinnen, das besonders gut gewirtschaftet hatte und sich in nur einer Woche sogar Prozentrechnung erarbeitet hatte!

Insgesamt gibt es sicherlich noch Möglichkeiten der Optimierung, besonders in Hinsicht auf das Bankensystem, für das erste Mal war das Projekt jedoch deutlich erfolgreicher als erwartet und kam sehr gut bei allen Schülern und Lehrern an, die als einfache Staatsbürger mitgespielt hatten!

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