Ratgeber, Wanderungen

Wanderungen rund um Brüssel Linden- und Chartreuzenbos: Rundweg östlich von Löwen

 

Länge: 11,5 oder rund 8 Kilometer. Ausgangspunkt: Parkplatz an der Sint-Kwintenkerk, Kerkdreef, 3210 Linden

Von Michael Stabenow

Östlich von Löwen erstreckt sich das Hageland. Es handelt sich um eine sanfte Hügellandschaft – teils bewaldet, teils Ackerland oder Wiesen sowie inzwischen auch mit immer mehr Weinbergen. Ein neueres Beispiel dafür befindet sich in der Nähe des Ausgangspunktes des 11,5 Kilometer langen und sehr abwechslungsreichen Rundwegs, der an der Dorfkirche Sint-Kwinten in Linden beginnt.

Die weitgehend über Feld- und Waldwege, nur ausnahmsweise auf asphaltiertem Untergrund verlaufende Route führt uns zunächst auf einen schmalen Pfad parallel zu dem neben der Kirche gelegenen größeren Parkplatz nach Norden. Wer den Weinberg in Augenschein nehmen will, geht an der Hauptstraße ein Stück nach links. Der Rundweg führt jedoch geradeaus über die Straße in Richtung des Knotenpunkts 51 leicht bergauf in den Wald hinein.

Wir befinden uns jetzt im 35 Hektar großen Lindenbos, den wir nach einigen hundert Metern nach dem Knotenpunkt 54 wieder verlassen. Die Strecke führt nach einem Linksknick auf einer schmalen asphaltierten Straße zwischen Feldern Richtung Norden zum Knotenpunkt 11 in den 70 Hektar großen Chartreuzenbos hinein. Das Gebiet war bis zur Französischen Revolution Eigentum des Kartäuserordens, ehe es aufgeforstet wurde und in Privatbesitz überging. Seit 1996 ist es Eigentum der Region Flandern.

Lindenbos und Chartreuzenbos sind durch Laubbäume, vor allem Eichen, Buchen und Kastanien, geprägt. Inzwischen gibt es, wie im weiter südlich gelegenen Heverleebos, vermehrt Bestrebungen, die aus Amerika stammenden Eichen durch einheimische Arten zu ersetzen.

Über die Knotenpunkte 18 und 17 gelangen wir kurz hinter dem Punkt 110 an eine Lichtung mit einem nach Norden tief in das Hageland hineinreichenden schönen Ausblick. Etwas weiter südlich befindet sich ein kleiner Waldspielplatz, auf dem sich nicht zuletzt die jüngsten Semester austoben können.

Wir biegen anschließend am Knotenpunkt 109 nach Süden ab und erreichen nach einem bergab führenden Abschnitt freies Feld. Rechterhand taucht in der Ebene ein von braunen Sandsteinen gesäumtes Gebilde auf. Auf den ersten Blick erinnert es uns an ein frühgeschichtliches Heiligtum. Bei näherem Hinsehen handelt es sich aber um ein zur Abwechslung der vorbeiziehenden Wanderscharen errichtetes, ausgesprochen neuzeitliches „Labyrinth“. Der Name ist freilich irritierend ist, da niemand Gefahr läuft, sich in dem „Labyrinth“ zu verirren. So führt der Weg in Schlingen ohne Ausweichmöglichketten zum Mittelpunkt und von dort aus wieder zurück – es sei denn, man verkürzt den Weg, indem man einfach die Wanderschuhe über die Steine hinwegsetzt und sich wieder schnurstracks zum Ausgang begibt.

Kurz darauf kommen wir am Punkt 113 an einer einladenden Picknickbank vorbei, neben der sich ein kleiner Parkplatz befindet. Es folgt in Richtung des Knotenpunkts 114, an dem wir nach links abbiegen, ein kurzes Stück asphaltierter Straße. Zwischen Weiden und Ackerland geht es über die Knotenpunkte 115, 116 und 120 zum Knotenpunkt 121. Dort zieht neben einer Parkbank und einer – derzeit blühenden – Rostkastanie die aus unerklärlich anmutenden Gründen hellblau umrahmte kleine Kapelle Onze-Lieve-Vrouw unsere Blicke auf sich.

Wir befinden uns jetzt südlich des Ortskerns von Kortrijk-Dutsel, gehen aber in südlicher Richtung weiter zum Knotenpunkt 119. Linkerhand, vor der asphaltierten Straße, auf die wir nach links einbiegen, befindet sich das Anwesen „Jos Theys Boerderij“. Es handelt sich weniger, wie es der Name vermuten lässt, um einen Bauern-, sondern vielmehr um einen stattlichen Gasthof, der neben – zweifellos reichhaltiger – Kost auch Logis bietet.

Wir überqueren eine etwas stärker befahren Straße und laufen parallel dazu weiter nach Süden zum Knotenpunkt 118, um dann nach einem kurzen Stück am Knotenpunkt 117 nach Westen und anschließend in südwestlicher Richtung weiter zu gehen. Die Strecke ist nun leicht ansteigend, führt durch Feld- und Wiesenlandschaft mit schönen Ausblicken über den Knotenpunkt 52 und dann – zuletzt durch den Südzipfel des Lindenbos – leicht bergab zum Knotenpunkt 5 und damit zum Ausgangspunkt der Rundwanderung in Linden zurück.

Wer eine kürzere, 8,5 Kilometer lange Strecke bevorzugt, kann am Knotenpunkt 114 weiter geradeaus gehen. Nach rund 400 Metern gelangt man am Knotenpunkt 57 an die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Speelbergkapel. Hier kann man sich auch zu einem Picknick niederlassen und eine schöne Aussicht genießen. Nach weiteren 600 Metern kommt man an den Knotenpunkt 52 und von dort aus zum Knotenpunkt 5.

Knotenpunkte: vom Parkplatz an der Dorfkirche von Linden in nördlicher Richtung gehen und die Straße in Richtung des Knotenpunkts 51 überqueren. Anschließend folgen die Knotenpunkte 54, 111, 18, 17, 110, 109, 113, 114, 115, 116, 120, 121, 119, 118, 117, 52 und 5 (Ausgangspunkt).


Fotogalerie

Leave a Comment

Ihre E-Mail-Adresse wird veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.