Wanderungen durch die Mark Brabant (3)

Von Michael Stabenow.

An Möglichkeiten zu Spaziergängen und Wanderungen ringsum Brüssel herrscht auch an kühleren und feuchteren Tagen kein Mangel. Nachstehend ein paar weitere Anregungen zu Rundwegen. Genaue Routenbeschreibungen finden sich unter dem Link.

1. Bertemboswandeling (Länge: 7,2 Kilometer, Ausgangspunkt: Bosstraat, auf Höhe der Hausnummer 187, 3060 Bertem)

Der Rundweg verläuft zunächst durch einen Hohlweg und danach an Weiden vorbei in ein bewaldetes Gebiet (Eikenbos). Auf dem Plateau mit schönem Ausblicken auf das Brabanter Hügelland befindet sich die imposante „Belgocontrol“-Radaranlage zur Überwachung des Flugverkehrs. Jüngere Zeitgenossen dürften sich mehr für die daneben gelegenen großen Spielplatz „’t Vossenhol“ interessieren. Von dort geht es auf einem geraden Hohlweg und, teilweise, unbequemem Kopfsteinpflaster hinab in eine für diesen Landstrich typische Wohnsiedlung. Nach dem Überqueren der Bosstraat gelangt man rasch auf einen Feldweg und anschließend in den eigentlichen Bertembos. Es ist ein unberührt wirkender Mischwald, der dem Spaziergänger manches Auf und Ab abverlangt. Wer im Frühling hierher kommt, wird sich an üppig blühenden weißen Waldanemonen erfreuen können. Der Waldweg mündet wieder auf die Bosstraat, an der man einige hundert Meter entlang gehen muss. Entschädigt wird man durch einen Kopfsteinpflasterweg, der an einem Bauernhof und einigen, zum Teil etwas verwunschenen Häusern vorbei zum Ausgangspunkt zurückführt.

2. Halewijnwandeling (Länge: 11,3 Kilometer, Ausgangspunkt: Oud Hospital, Paardenbrugstraat, 3440 Zoutleeuw).

Die Wanderung führt aus dem Ortskern des Kleinstädtchens Zoutleeuw heraus und rings um den als größten natürlichen Binnensee Flanderns gepriesenen „Het Vinne“. Er ist rund 100 Hektar groß – aber derzeit leider ausgetrocknet und von Baggern besiedelt. Ziel der umfassenden Sanierungsarbeiten ist es, die Boden- und Wasserqualität und die Lebensbedingungen für die vielfältige Fauna und Flora zu verbessern. Ende März 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Für den etwas trostlosen Anblick wird man durch einen zum Teil durch Waldgebiet, aber auch entlang von Birnenplantagen führenden Weg entschädigt. Als Ausgangspunkt kann auch das Informations- und Besucherzentrum am westlichen „Ufer“ dienen. Es bietet neben einer großen Gastwirtschaft einen noch größeren Spielplatz sowie Bienengehäuse und einen Gewürzgarten. Für kulturell interessierte Besucher empfiehlt sich der Start und Endpunkt der Wanderung im historischen Zentrum Zoutleeuws.

Sehenswert Hauptattraktion ist zweifellos der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Rathausbau. Glanzpunkt ist die St.Leonardus-Kirche. Da sie vom Bildersturm des 16. Jahrhunderts verschont blieb, beherbergt die bis zum heutigen Tag beeindruckende, spätgotische Kunstschätze. Dazu zählen neben Altarbildern und Malereien ein 1552 vollendeter, 18 Meter hoher Sakramentsturm. (Öffnungszeiten bis Ende September täglich von 14 bis 17 Uhr, im Oktober an Wochenenden von 14 bis 17 Uhr, von November bis März nur jeweils am ersten Sonntag des jeweiligen Monats).

3. Koninklijke Wandeling (Länge: 7,5 Kilometer, Ausgangspunkt: Parking Vlaktedreef, 3080 Tervuren)

Sie ist der Klassiker unter den Rundwegen im Großraum Brüssel. Die „Königliche Wanderung“ ist eine der positiven Hinterlassenschaften von König Leopold II., der für seine brutale Kolonialherrschaft im Kongo zuletzt kräftig in Verruf geraten ist. Der vorgeschlagene Weg beginnt an dem zwischen Tervuren und Jezus-Eik gelegenen Parkplatz und führt durch das den östlichen Rand des Forêt des Signes/Zoniënwoud bildende „Arboretum“. Es wartet nicht nur mit Buchen, Eichen und Nadelhölzern, sondern auch mit einer Reihe exotischer Baumarten auf. Sollte im Winter, was zuletzt selten geworden ist, Schnee liegen, ist der an der Kapucijnendreef gelegene Rodelabhang zu empfehlen.

4. Margijswandeling (Länge: 8,3 Kilometer, Ausgangspunkt: Schloss von Neerijse, Lindenhoflaan 3, 3040 Neerijse)

An den Ufern der Dijle und der kleineren Ijse verläuft dieser schöne Rundweg. Er führt zunächst nach Osten in das sumpfige Naturschutzgebiet „De Doode Beemde“. Ein Knüppeldamm sorgt in feuchteren Jahreszeiten dafür, dass man trockenen Fußes die Ufer der meist ordentlich Wasser führenden Dijle erreicht. Von dort geht es durch oft feuchte Auen nach Süden, bis man die Straße Neerijsebaan erreicht. Ihr muss man 900 Meter auf einem Fuß- bzw. Radweg folgen, ehe es zwischen Feldern bergauf in den unberührt wirkenden Margijsbos geht. Nach dem Abstieg geht es rund zwei Kilometer nach Nordosten entlang der Ijse zum Ausganspunkt zurück.

5. Schavaaiwandeling (Länge: 7,8 Kilometer, Ausgangspunkt: Sint-Hilariuskerk, Dorpsstraat 26, 3360 Bierbeek)

Bis in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts reichen die Ursprünge der im Zentrum Bierbeeks gelegenen St.Hilarius-Kirche zurück. Der noch romanische Elemente aufweisende Bau ist Ausgangspunkt für die knapp acht Kilometer lange „Schavaaiwandeling“. Auf einem kleinen Pfad verlässt man in südlicher Richtung den Kirchenvorplatz und geht zunächst an einem Bach durch ein Wäldchen, ehe es zwischen den Feldern, zum Teil durch Hohlwege geht. Daran schließen sich rund 3,5 Kilometer durch ein Waldgebiet an, das „Meerdaalwoud“ an. Eine am Knotenpunkt 72 gelegene Holzhütte, von der aus sich ein Ausblick auf die tiefer gelegene Landschaft eröffnet, ist derzeit wegen Renovierungsarbeiten für Besucher gesperrt. Wer noch einige Kilometer dranhängen will, dem sei das ausgedehnte Wegenetz im Wald empfohlen.

 

Fotos: Michael Stabenow

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