Wanderungen durch die Mark Brabant (2)

Von Michael Stabenow.

Das in Flandern gut ausgebaute Wanderwegenetz bietet schier unerschöpfliche Möglichkeiten. Unter www.wandelknooppunt.be finden sich mehr als 12.000km flämische Wanderwege.

Das erlaubt es gemächlichen Spaziergängern sowie ambitionierten Wanderern gleichermaßen, die Routen nach Lust und Laune zusammenzustellen. Ein Vorteil des Netzes ist, dass sich ersehen lässt, ob es entlang von Landstraßen, über Kopfsteinpflaster oder auf unbefestigten Wegen durch freies Feld oder Waldgebiete geht.

 

 

 

 

 

Fünf Rundwegempfehlungen in Flämisch-Brabant und Wallonisch-Brabant

1) Windmolenwandeling (9,2 Kilometer, Ausgangspunkt: Onze-Lieve-Vrouwkerk, Koning Albertstraat 160, 1760 Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek)

Ausgangspunkt ist die Kirche Onze-Lieve-Vrouwkerk. Ist sie geöffnet, lohnt sich ein Blick in das Innere auf das aus dem frühen 16.Jahrhundert stammende Marien-Altarretabel. Man verlässt – am Knotenpunkt 85 – das putzige Zentrum des Orts und folgt zunächst einem kleinen Bach durch ein Waldstückchen, danach wieder zur Hauptstraße zurück, von der ein asphaltierter Weg hinauf zur Windmühle „Hertboommolen“ führt. An der Mühle öffnet sich der Blick über die Hügellandschaft des Pajottenlandes. Die weitere Route führt – zunächst asphaltiert, später auf Feldwegen – durch Ackerland an zum Teil prächtigen Gehöften vorbei. Nach Überquerung der Hauptstraße wird das Gelände hügeliger und man erreicht über ein etwas verwildertes Waldstück schließlich wieder den Ausgangspunkt im Ortskern und dort die eine oder andere Einkehrmöglichkeit.

Knotenpunkte: 85-8-83-88-801-816-800-815-232-24-25-21-22-2-162-166-169-84-85.

2) Lintersewandeling (9,2 Kilometer, Ausgangspunkt: Stationsplein, 3350 Drieslinter)

Der Ausflug in den Osten der Provinz Flämisch-Brabant bietet landschaftliche Reize und überwiegend nicht asphaltierte Wege. Das Areal ist auch gut für kleinere Kinder geeignet, da es an einigen Stellen Spielplätze gibt.

Der Ausgangs- und Endpunkt befindet sich an der Gaststätte „De Smed“. Nach einem kurzen Abstecher durch ein Waldstück geht es auf freier Strecke nach Südwesten entlang der „Grote Gete“. Am Knotenpunkt 103 überquert man den kleinen Fluss nach Norden. Der Weg führt jetzt bald durch bebautes Gelände und anschließend durch Obstplantagen ringsum die Kirche im Ortsteil Neerlinter und dann weiter in östlicher Richtung. Von der Hauptstraße aus gelangt man nach Süden in ein Naturschutzgebiet. Das abschließende Stück führt nach der Überquerung der „Grote Gete“ durch ein unbesiedeltes Auen- und Waldgebiet wieder an die „Grote Gete“ und dort über eine moderne, leicht schwankende Hängebrücke wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Auf Wandersleute mit kleineren Schuhgrößen und weniger Lust auf große Entfernungen ist der „Avonturenpad Getevallei“ gemünzt. Der dazugehörige Rundweg ist 3,7 Kilometer lang.

Knotenpunkte: 1-140-100-101-102-103-104-106-105-11-139-138-101-19-10-1.

3) Van Berg tot Bergwandeling (10,7 Kilometer, Ausgangspunkt: Onze-Lieve-Vrouwekerk, Bergstraat, 3390 Tielt-Winge)

Dieser ausgesprochen schöne, auch für Hitzetage geeignete Rundweg beginnt und endet an der Kirche im Ortsteil Tielt. Er überrascht durch die Vielfalt des östlich von Löwen gelegenen Hagelandes. Das erste Stück führt in und durch den Walenbos, einen vor zwei Jahrhunderten aufgeforsteten Laubwald mit einer Reihe schöner Lichtungen. Auch im Sommer präsentiert sich der Untergrund an einigen Stellen reichlich feucht. Nach Verlassen des Waldes gelangt man zum Ortsteil Houwaart. Zum Glück biegt die Route nach einigen hundert Metern von der Hauptstraße nach links ab. Schnell wird man entschädigt durch den Anblick eines größeren Weinbergs, an dessen Rand es durch ein Waldstück steil nach oben geht. Auf dem Plateau findet sich ein weiterer Weinberg mit verschiedenen Rebsorten. Das letzte Teilstück führt zunächst talwärts und dann in einem Waldstück steil nach oben, wo man den höchsten Punkt erreicht – immerhin 94 Meter über dem Meeresspiegel und damit 71 Meter höher als der niedrigste Punkt der Wanderung. Abermals geht es an Reben vorbei und entlang von Getreidefeldern, ehe im Osten wieder die Kirche von Tielt auftaucht.

Knotenpunkte: 2-22-23-243-241-242-231-229-230-226-225-157-222-221-21-2.

4) Der Dreiklang von Holsbeek (14,7 Kilometer, Ausgangspunkt: Sint-Mauruskerk, Sint-Maurusstraat,3220 Holsbeek)

Dieser fast 15 Kilometer lange Rundweg erfordert einiges Geh- und Stehvermögen. Ausgangspunkt ist die Kirche Sint-Maurus im Ortskern von Holsbeek. Rasch kommt man von der Straße auf einen durch Felder führenden Weg, der durch ein Naturschutzgebiet entlang des Bachs Winge in einen Mischwald hineinführt. Der zweite Abschnitt (zwischen Holsbeek und Kortrijk-Dutsel) führt zunächst bergauf und eröffnet weite Ausblicke auf Acker- und Weideland. Aufmerksamen Wanderern wird wenig später ein ausgeschachteter Graben auffallen; er soll bei heftigen Niederschlägen das Wasser zurückhalten und der Bildung von Schlammlawinen entgegenwirken. Auf zum Teil schmalen Pfaden erreicht man einen Parkplatz, der als Ausgangspunkt für kleinere Rundwanderungen im nahegelegenen Wald „Chartreusebos“ dient. Der Weg verläuft erst steil in den Wald hinein, ehe er in nördlicher Richtung abfällt. Schließlich –  nach insgesamt gut drei Stunden reiner Gehzeit – erreicht man wieder den Ortskern von Holsbeek mit mehreren Gaststätten.

Knotenpunkte: 1-11-16-104-105-602-601-129-130-126-122-121-119-118-117-52-57-114-113-109-110-17-11-1.

5) Rundweg in Bonlez (ca. 1,5 Stunden, Ausgangspunkt: Parkplatz Rue d´Enhaut, 1325 Bonlez)

Die Provinz Wallonisch-Brabant bietet mit ihrer abwechslungsreichen, oft hügeligen Landschaft sowie ausgedehnten Wäldern und Ackerland hervorragende Wandermöglichkeiten. Allerdings haben es nicht ortskundige Fußgänger nicht leicht mit der Orientierung – auch wenn es inzwischen eine Reihe von Wanderführern und Broschüren mit Vorschlägen für Wanderungen gibt.

Der Rundweg des im Herzen der „Brabanter Ardennen“ gelegenen Dorfs Bonlez vermittelt einen guten Eindruck von den Reizen dieses südlich von Wavre gelegenen Landstrichs. Er weist einige Ähnlichkeiten mit einer englischen Hügellandschaft auf. Ausgangspunkt ist der unterhalb der Kirche gelegenen Parkplatz. Vor dort nimmt man die Straße nach rechts, überquert den Bach „Le Train“ und geht bergauf bis zur Weggabelung mit der Pumpe. Dort halblinks weiter auf einen in den Wald führenden Hohlweg. Am Ende des Waldwegs geht es rechts auf eine asphaltierte Straße, an der eine kleine Kapelle und ein rosafarbener Gebäudekomplex mit einer ehemaligen Fischzucht liegen.  Die Straße geht schnell in einen Kopfsteinpflaster- und anschließend, vorbei an einem Reitstall, in einen Waldweg über. Nach etwa 1km nimmt man den rechtsab in den Wald führenden „Sentier de la Grange au Sart“. Nach einigen hundert Metern trifft der Wandernde auf einen Betonweg, der aber schnell einem angenehmen Weg weicht, der vorbei an Feldern wieder in den Wald führt. Die leicht bergab gehende Straße führt letztlich wieder in den Ortskern von Bonlez.

Weitere Wanderweginfos https://www.toerismevlaamsbrabant.be/hoofdthema/wandelen/

 

 

 

 

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