Vor dem Staatsbesuch des Bundespräsidenten

Bundespräsident Joachim Gauck / Porträtbild für Autogrammkarten.

Von Jan Kurlemann.

Zum Jahresempfang 2016 luden Rüdiger Lüdeking, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Königreich Belgien und Graf Jacques de Lalaing, Präsident der Belgisch-Deutschen Gesellschaft in die Botschafterresidenz an der Avenue der Tervuren in Brüssel ein. Rund hundert Gäste waren der Einladung am 18. Februar gefolgt, und Graf de Lalaing dankte zu Beginn dem Botschafter und seiner Gattin für den herzlichen Empfang. Der hatte Neues zu berichten: Der Bundespräsident besucht erneut Belgien.

Nach monatelanger, noch nicht ganz abgeschlossener Renovierung erstrahlt die Residenz mit Blick ins Grüne in der Eleganz, mit der sie traditionell Deutschland repräsentierte.

Der Empfang fiel zusammen mit dem Beginn des Europäischen Gipfels, auf dem der britische Ministerpräsident seine Forderungen vorlegte, mit deren Erfüllung er eine negative Volksabstimmung zum Austritt seines Landes aus der EU verhindern wollte. In seiner Ansprache setzte sich Botschafter Lüdeking für einen Verbleib Großbritanniens ein. Er zitierte einen europäischen Gründungsvater, den belgischen Minister Paul-Henri Spaak., für den Europa „nur aus kleinen Staaten bestand“. Das hätten nur einige noch nicht begriffen. Ziel müsse es sein, den Kernbestand der EU zu bewahren. Vieles Erreichte sei nicht selbstverständlich. Für ihn ist die EU nach wie vor ein politisches, ein Friedensprojekt. Ziel der Deutschen Botschaft ist es laut Lüdeking, die Beziehungen zu Belgien weiterzuentwickeln, dessen politische Grundrichtung mit der Deutschlands übereinstimmt.

Botschafter mit Gattin, Lalaing

Höhepunkte der belgisch-deutschen Beziehungen

Einen Staatsbesuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck kündigte der Botschafter für den 8. bis 10. März an. Mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt  wird er alle Regionen Belgiens aufsuchen, auch die Deutschsprachige Gemeinschaft. Stationen der Reise sind Brüssel, Antwerpen, Mecheln, Lüttich und Eupen.

Ein weiterer Höhepunkt wird der Gipfel von Staats- und Regierungschefs aus sechs deutschsprachigen Staaten Europas (Belgien, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg. Österreich und der Schweiz) sein, der im September in Belgien unter der Präsidentschaft von König Philippe stattfinden wird. An diesen informellen Treffen, die seit 2004 stattfinden, beteiligt sich Belgien seit dem letzten Jahr.

Die Belgisch-Deutsche Gesellschaft leiste einen wichtigen Beitrag zu den Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland, meinte Botschafter Lüdeking. Der Diplomat merkte an, die aktuelle Flüchtlingskrise erfordere  „gemeinsames Tun“ und nicht den Bau neuer Mauern.

Die Belgisch-Deutsche Gesellschaft in Aktion

Graf de Lalaing

Dem stimmte Graf de Lalaing zu. Die jüngste deutsche Geschichte habe es bewiesen: „Eine Mauer kann nicht halten“.

Wichtigstes Ziel für den Präsidenten ist es, neue belgische und deutsche Mitglieder für die Gesellschaft zu gewinnen. Beispielhaft nannte er eine Initiative im Verwaltungsrat mit dem Ziel, dass jedes Mitglied zehn neue wirbt. Ein Veranstaltungsprogramm für 2016 liegt vor. „Ich sehe eine glänzende Zukunft für die BDG und wünsche ihr ein gutes Neues Jahr“, rief er den Anwesenden zu.

Walter Grupp am Klavier begleitete die Gespräche musikalisch und sorgte für eine gelockerte, schwebende Stimmung, fast wie im Vorfrühling.

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