Verschwendung von Nahrungsmitteln und was man dagegen tun kann

Zéro Gâchis, „Null Verschwendung“. Zwei Brüder, Paul-Adrien und Christophe Menez aus Brest (Frankreich) gründeten im Jahre 2012 ihre Start up „Zéro Gâchis Company“. Als sie noch junge Studenten und knapp bei Kasse waren, stellten sie beim Einkaufen fest, daß der Kunde nicht genügend informiert war, wann und wo es Sonderangebote für Nahrungsmittel gab.

 

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Das betraf vor allem Lebensmittel, die kurz vor dem Verfalldatum standen, die deutlich preiswerter als die anderen waren. Diese billigeren Produkte entdeckte man eher rein zufällig und zwar nur dann, wenn man „zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war“. Das fanden die beiden Studenten nicht richtig. Sie waren fasziniert von der Idee, den Verbraucher künftig besser über Sonderangebote zu informieren und richteten auf Internet die Seite www.zero-gachis.com ein. Sie wollten so das Vergeuden und Wegwerfen von noch guten Nahrungsmitteln verhindern und bedürftige Menschen besser informieren. In Frankreich ist das Konzept inzwischen bekannt, viele Supermärkte haben es übernommen.

1,8 Tonnen Nahrung gerettet

Zéro-gâchis – Null Verschwendung, diese Initiative hat auch Monsieur Eric Hubert, Generaldirektor von Leader Price, Belgien, fasziniert, als er darüber in einer Zeitung las. Seit Mitte Dezember 2014 arbeitet man bei Leader Price in Tihange zum erstenmal probeweise mit diesem System und zwar mit Erfolg. Es wird auf diese Weise vermieden, daß der Kunde mühsam in verschiedenen Regalen nach billigeren Produkten suchen muss, deren Fälligkeitsdatum nahe ist. Wegen der Unübersichtlichlichkeit der Angebote verpasst der Kunde auch so manches Schnäppchen. Was wiederum zur Folge hat, daß die Produkte vernichtet werden müssen. Damit ist es vorbei. Jetzt werden bei Leader Price Nahrungsmittel mit Verfalldatum gesammelt, sortiert und in einem dafür vorgesehenen Regal mit der ins Auge fallenden Aufschrift „Zéro Gâchis“ dem Kunden angeboten. Diese neue Maßnahme ist übersichtlich, der Kunde weiß sofort, wohin er sich begeben muss, wenn er preiswertere Lebensmittel kaufen will.

IMG_1742Zur Hälfte des Preises kaufen

Oft gibt es einen Preisnachlass bis zu 50% und wenn das Verfalldatum ganz nahe rückt, geht der Preisnachlass gar bis zu 95 % runter. Eine große Hilfe für sehr viele Menschen. Sollten trotz Preisreduktion am Ende doch noch einige Lebensmittel nicht verkauft sein, so werden diese letztlich weggeworfen. Das kommt allerdings selten vor und wenn, dann ist die Menge sehr gering.

Reklame muss sein

Ausser in Tihange werden acht weitere Leader Price Märkte in Belgien dem Beispiel folgen. Es wird sie in Binge, Couillet, Courcelles, Herstal, Hornu, Fleurus, Fleron und Grâce-Hollogne geben. Und Monsieur Eric Hubert will Reklame machen. „Wir werden über die Medien informieren, Broschüren herausgeben und Plakate in der Stadt verteilen“. So wird aus der Idee zweier junger Studenten, die einst knapp bei Kasse waren, eine umwelt- und menschenfreundliche Maßnahme, die hoffentlich noch viele Supermärkte übernehmen werden.

Info: https://zero-gachis.com/

Sibylle Schavoir

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