Studio auf der Sprachgrenze

100215_BRF_2Der BRF, der belgische Rundfunk- und Fernsehsender deutscher Sprache, ist die kleinste öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Europas. Im Brüssel ist sie seit langem mit einem eigenen Studio vertreten. Die Spitzen des Senders feierten mit belgischen und internationalen Gästen am 27. November die Einweihung des renovierten Studios im Schatten des Fernsehturms. Wie es sich gehört, hielten sie ihre Ansprachen in den drei Sprachen Belgiens – jeder in einer anderen.

Für Studioleiter Roger Pint liegt sein Arbeitsplatz „auf der Sprachgrenze“: Auf einer Seite des Flurs liegen Büros der frankophonen RTBF und auf der anderen Seite Büros des flämischen Rundfunks und Fernsehens VRT. Dazwischen liegt der BRF und verbindet sie – wie in der Geographie Belgiens.

 

Auge und Ohr in der Hauptstadt

Die Bedeutung des Standorts Brüssel und die des Studios für den Sender hob Direktor Toni Wimmer hervor. Es transportiere die belgische Politik auf Deutsch ins Programm und betrachte europäische und NATO-Fragen durch die „ostbelgische Brille“. Zugleich sei der deutschsprachige Sender über sein Studio in der Hauptstadt vertreten.

Für Roger Pint ist der Sender allein zu klein, aber durch seine klar definierte Zielgruppe einzigartig. Seine Kooperation mit vielen anderen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern geht über Belgien hinaus. So gibt es mit Sendern in Deutschland und den Niederlanden eine fruchtbare Zusammenarbeit. Für den BRF besonders interessant ist die Frequenz, die er mit dem Deutschlandfunk zusammen für ein Programm in der Region Brüssel nutzt. Auch die Beziehung zum heimischen Grenz-Echo ist sehr wichtig. Belgieninfo.net übernimmt die aktuellen nationalen BRF-Nachrichten auf der Homepage.

 

Ständige Präsenz im BRF-Programm

Dirk Vandendriessche, Präsident des Verwaltungsrates, erinnerte an den Zustand des Studios vor der Renovierung. Ein Besuch war wie eine „Zeitreise in die siebziger Jahre“. Vandendriessche dankte RTBF und VRT für die Finanzierung des Renovierungsprojekts und auch für die aktuelle Zuarbeit, die es dem BRF ermöglicht, schnell und komplett zu sein. .

Sechsmal am Tag kommt das Brüsseler Studio im BRF-Programm vor, also 2000 mal im Jahr, und das bei einer knappen Personaldecke.

 

Die Stimme im Ohr

100215_BRF_4Eine besondere Freude für viele Gäste war die Anwesenheit Rudi Klinkenbergs, dessen Stimme sie jahrzehntelang im Ohr hatten. Er arbeitete 37 Jahre lang für den deutschsprachigen Rundfunk, und auch als Ruheständler half er noch jahrelang aus. Ihm machte es erkennbar Spaß, sich im frisch renovierten Studio mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen.

Und hier können Sie den BRF live hören: http://brf.be/podcast/

Autor: Jan Kurlemann

Tags: Radio

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