„Save water, drink Riesling“

Hessen

Statt Gewühl: Weinköniginnen mit Puttrich (m.), Dorfmann und Staatssekretär Mark Weinmeister (r.)

Von Rudolf Wagner

Die inzwischen 10. Ausgabe des Hessischen Weinfestes hat – auch das ist Tradition – wieder mal alle Mengen und Maße gesprengt. Die meisten der etwa 1000 Gäste waren sicherlich erstaunt, sich in die lange Reihe der Wartenden vor dem Eingang der Landesvertretung in der Rue Montoyer 1 einreihen zu müssen, um einzeln nacheinander eingelassen zu werden. Sicherheitsgründe? Drinnen knallten nur Sektkorken hessischer Provenienzen.

Wer in die heiligen Hallen gastronomischer Genüsse, eingeschlossen Grüne Soße und Äbbelwoi, vordringen wollte, musste drinnen nicht nur Ellenbogen zur Gedrängeabwehr ausfahren, sondern sich auch an den Ansprachen von Europaministerin Lucia Puttrich und des Tiroler MdEP Herbert Dorfmann erfreuen, der natürlich mit freudigen Buhrufen aus dem Hintergrund begrüßt wurde, als er auch den Tiroler Wein loben wollte.

Im undurchdringlichen Gewühl der Nachrücker versuchte dann auch der Berichterstatter, an die Tröge zu kommen; nicht vergeblich, aber mit langem Anstehen, und dann gab es keinen Platz zum Verzehr, und wer nicht die Kunst beherrschte, auf einem Weinglas einen Teller mit Inhalt und dem Besteck zu balancieren, konnte niemandem die Hand reichen, Freunde und Vorgesetzte eingeschlossen. Vorausgesetzt, man hätte sie in der engen Menge entdeckt.

Prominente Winzer aus dem Rheingau und von der hessischen Weinstraße gaben sich die Ehre, die Massen drängten sich an ihren Ständen. Und am Äbbelwoi-Stand haben wir gelernt, dass alle, die Äbbelwoi trinken, auch etwas Gutes für die Natur tun. Die Streuobstwiesen und die Fledermäuse in den Höhlen der Altbäume trinken wir nämlich im Bembel mit, jawohl!

Andere haben andere Argumente für ihre Erzeugnisse. Wie sagt es doch der Leitspruch eines angesehenen hessischen Winzers: „Save water, drink Riesling!“

Es gab auch Bier. Und im nächsten Jahr drängeln wir wieder.

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