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„Sachsen-Anhalt trifft Europa“

Von Heide Newson

Unter dem Motto „#moderndenken-Reiseland #Sachsen-Anhalt trifft Europa“ stand das Herbstfest, zu dem Ministerpräsident Reiner Haseloff im goldenen Oktober in die Brüsseler Landesvertretung eingeladen hatte.

Und meine Überraschung war groß. Als ich mit Schreibblock ausgerüstet gegen 18 Uhr – weit vor dem Start des Herbstfestes – die Landesvertretung betrat, befand sich Sachen-Anhalts Ministerpräsident im Gespräch mit seinem Wirtschaftsminister Sven Schulze und weiteren Mitarbeiter/innen, womit ich gar nicht gerechnet hatte. Als ich mich diskret zurückziehen wollte, kam Haseloff schmunzelnd auf mich zu und hieß mich willkommen. Bevor ich auch nur einen Ton von mir geben konnte, erkannte er gleich, dass ich von der Presse war. Interessiert fragte er mich, für welches Medium ich tätig sei. Obwohl gar kein Interviewtermin vorgesehen war, nahm er sich viel Zeit für alle meine Fragen. Er berichtete über seine politischen Gespräche, die er u.a. mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geführt hatte. Dabei ging es vor allem um die Energiekrise, den European Chips Act und damit zusammenhängend die Ansiedlung des US-Chipherstellers Intel in Magdeburg. Bei dem Großprojekt spielt die EU in Sachen Beihilfen eine große Rolle.

Dass Sachsen-Anhalt eine Reise wert ist, davon überzeugte mich der Ministerpräsident im Nu. Er machte mir Lust auf einen Besuch der Himmelsscheibe von Nebra, eine Wanderung im Harz, ein vielfältiges UNESCO-Welterbe, Museen, Kulinarik und auf die Gastfreundschaft der Menschen. Wir unterhielten uns über die Anfänge Sachen-Anhalts in der Brüsseler Landesvertretung, die ja in der ehemaligen DDR-Botschaft untergebracht ist. Dass ich dort vor seiner Zeit in meiner Funktion als Journalistin ein- und ausgegangen bin, schien ihn besonders zu interessieren. Ich berichtete ihm, dass ich damals viel über die DDR geschrieben habe, etwa für die belgische Tageszeitung „GrenzEcho“.  „Leider konnte ich damals nicht reisen,“ erklärte der im Kreis Wittenberg geborene Haseloff.

Heute ist Haseloff dienstlich viel unterwegs, dabei oft in Brüssel. „Es ist wichtig, hier Flagge zu zeigen,“ betonte er. Europa stehe vor großen Herausforderungen betonte er, indem er über die unterschiedlichen „Baustellen“ und Herausforderungen im Klartext sprach. Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand jedoch das bezaubernde Reiseland Sachsen-Anhalt, für das er ordentlich die Werbetrommel rührte. Unterstützt wurde er dabei von Weinkönigin Romy I. aus dem Weinbaugebiet Saale-Unstrut, die gerade das Amt übernommen hat. “Sie sind alle eingeladen, und gleich können sie Ohrwürmer aus meiner Jugend hören. Eine musikalische Vorspeise haben Sie ja schon erhalten“, sagte Haseloff.

Eine weitere Festrede wollte eigentlich Ostbelgiens Ministerpräsident Oliver Paasch halten, der aber krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste. Vertreten wurde er durch seinen Kabinettschef Daniel Hilligsmann, der den Gästen den kleinsten Gliedstaat Belgiens und die wohl bestgeschützte Minderheit weltweit näherbrachte und über die exzellenten Beziehungen zu Sachsen-Anhalt sprach.

Wie einen Tag zuvor bei Nordrhein-Westfalen war die Stimmung des Herbstfestes bei Sachsen-Anhalt ausgelassen. Dafür sorgten eine Band, die durch schmissige Songs und die von Haseloff angekündigten Ohrwürmer eine ganz besondere Stimmung versprühte, sowie Leckerbissen aus einem deutschen Bundesland, das eine Reise wert ist.

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