Rasanter Anstieg von Kunstgalerien in Belgien

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Zum Beispiel: Rossicontemporary

Von Sibylle Schavoir.

Seit 2008 hat sich die Zahl der Kunstgalerien in Belgien vervierfacht. Das ist ein bemerkenswerter boom, der sich über ganz Belgien erstreckt. Von Flandern, über Brüssel bis hin zur Wallonie. Innerhalb eines Zeitraums von nur sieben Jahren, gerechnet von 2008 bis 2014, haben sich die seinerzeit nur 72 Galerien auf 318 erhöht. In Flandern ist der Anstieg am bedeutendsten, da stieg die Zahl von 35 im Jahr 2008 auf 176 in 2014.

Erstaunlicherweise ist Brüssel nicht so stark vom boom verwöhnt, dort hat sich die Zahl von damals 23 auf heute 87 erhöht, was dennoch bemerkenswert ist.

Warum ist gerade Belgien so gefragt, daß sich hier so viele « Galéries d’Art » niederlassen? Zum einen ist es die Miete, die im Vergleich zu anderen attraktiven Kunststädten wie London und Paris, noch erschwinglich ist. Madame Valérie Bash ist Französin und hat ihre 1 200 m2 große Galerie in Brüssel erworben. Sie ist zufrieden. « In Paris und London ist die Konkurrenz sehr groß. Der Markt ist praktisch übersättigt. Die Mieten sind enorm hoch. Nie hätte ich eine Galerie in der Grösse, wie ich sie hier in Brüssel habe, je in London oder Paris zum gleichen Preis erwerben können ».

Belgien, das Herz Europas

Aber nicht alleine der Preis spielt eine wichtige Rolle. Belgien liegt im Herzen Europas. Alles ist so nah. Das erleichtert die Kontakte, den Transport und regelmäßige Besuche von Kunstliebhabern. Belgien hat eine lange Tradition auf dem Gebiet der ‚Schönen Künste‘. Betuchte Belgier sammeln seit Generationen und geben ihre Kollektionen von Generation zu Generation weiter.

War es früher hauptsächlich im bekannten Viertel von Sablon im Zentrum Brüssels, wo berühmte Galerien ihre prachtvollen Kunstgegenstände ausstellten, so hat sich das mehr und mehr verlagert. St. Gilles und Ixelles gehören heute unter Künstlern zu den gefragtesten Vierteln, da hier die Miete nicht so hoch ist wie am Sablon. Auch das sehr populäre Stadtviertel der Marolles erfreut sich zunehmend wachsender Nachfrage. Aber, so meint Klass Muller, seit 1966 Galerist am Sablon: Der Sablon ist und bleibt die Adresse für Antiquitätenliebhaber und Kenner der alten Kunst.

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