Pop-up Afrika!

imageJeder Tierbesitzer kennt das Problem: das Haus muss renoviert werden, Türen, Fenster stehen offen – wohin mit den kleinen Lieblingen? Das Afrika-Museum in Tervuren hatte ein ganz ähnliches Problem: das Gebäude aus 1910, hat eine dringende Verjüngungskur und Schönheitsoperationen nötig, die Anfang 2014 in Angriff genommen wurden und bis Mitte 2017 dauern sollen. Was geschieht mit den gar nicht so kleinen (Publikums-)Lieblingen des Museums ? Kein Fall für „aus einer Mücke einen Elefanten machen“ – der ist schon da. Ausstellen statt Einmotten ist die Devise.

So manche sonntägliche Tervuren-Ausflügler sind enttäuscht: Es hat sich noch immer nicht herumgesprochen, dass das Afrika-Museum wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Was sie nicht wissen, was aber so mancher Besucher der Autowelt (im Cinquentenaire) sich fragt, ist: Was hat ein Giraffe mit einem (Ford) Mustang gemeinsam? Die Antwort ist ebenso einfach wie überzeugend: eine sehr hohe Ausstellungshalle.

Das Afrika-Museum hat für seine Exponate während der Renovierungsdauer einen innovativen, originellen Weg beschritten: Es hat das „Pop-up Museum“ kreiert. Statt ihre Ausstellungsstücke in Naphtalin einzubalsamieren, suchten sie Orte, wo diese mit oder ohne Kontext weiterhin besichtigt werden können, also plötzlich erscheinen, eben „pop-up“. Manche, wie die Giraffe oder der Elefant, sind „eye-catchers“, ein Blickfang, der während der gesamten Renovierungsdauer dort seinen Platz gefunden hat.

Andere Stücke aus der Sammlung sind verliehen worden – und nicht nur nach Belgien oder Europa, sondern bis in die USA. So kann man polynesische und brasilianische Objekte im Museum am Strom (Antwerpen) besichtigen, den Pirogen, in dem König Leopold III. im Jahre 1957 den Kongo befuhr, im Königlichen Museum der bewaffneten Streitkräfte und Militärgeschichte (Cinquentenaire), oder den mächtigen, ausgestopften Elefanten in der Technopolis, dem Wissenschafts- und Technologiezentrum in Mecheln. Wer hingegen die 104 ethnischen Musikinstrumente besichtigen möchte, hat eine längere Reise vor sich: Sie sind derzeit bis 2020 im Musikinstrumentemuseum in Phoenix, Arizona ausgestellt.

Neben den Ausstellungen („Pop-up exhibitions“) bietet das Afrika-Museum auch andere Veranstaltungen an („Pop-up activities“), für Einzelbesucher, Familien oder Gruppen.

Sibylle Schavoir

Mehr Info:
http://www.africamuseum.be/popupmuseum/expo
http://www.afrikamuseum.be/popupmuseum/activities

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