PISA-Studienergebnisse – Belgien und Deutschland nah beieinander

Von Rainer Lütkehus.

Die Kompetenzen von Oberschülern im Lesen sowie in Mathematik und Naturwissenschaft sind in Belgien und Deutschland ähnlich. Zu diesem Ergebnis kommt die neue PISA-Studie, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) alle drei Jahre bei über einer halben Million 15-jähriger Schülerinnen und Schüler weltweit durchführt.

PISA steht für „Programme for International Student Assessment“. Die Wissenschaftler der OECD testen die Schülerinnen und Schüler nicht auf Wissen, sondern nach Kompetenzen, d.h. danach, wie sie ihr Wissen anwenden können. Dafür vergeben sie Punkte. Bei der Lesekompetenz liegen die Deutschen vorn, bei Mathematik die knapp die Belgier und im Bereich Naturwissenschaften wieder die Deutschen. Regional heruntergebrochen stehen die flämische Schülerinnen und Schüler viel besser da als ihre Altersgenossen in der Wallonie.

Belgiens und Deutschlands Oberschüler insgesamt schlechter als früher

In allen drei Kompetenzbereichen schneiden die Schülerinnen und Schüler in beiden Ländern schlechter ab, als bei der letzten PISA-Untersuchung vor drei Jahren. Vor allem bei der Lesekompetenz , auf der diesmal der Schwerpunkt lag, sieht es problematisch aus. Demnach haben die Schülerinnen und Schülern Schwierigkeiten, Fakten von Meinungen zu unterscheiden und Informationen zu verknüpfen. Das sind Schlüsselqualifikationen in einer zunehmend digitalisierten Welt, in der sie künftig ihren Weg durchs Leben finden müssen.

Beide Länder liegen zwar noch über dem Durchschnitt der 36 OECD-Länder, aber weit unter dem von Estland, Finnland, Irland, Kanada, Südkorea, Polen, Neuseeland, Singapur sowie vor allem Teilen Chinas. Peking, Shanghai, Jiangsu und Zheijang schneiden in allen drei Kompetenzen am besten ab.

Natürlich gibt es immer wieder Kritik an den PISA-Studien, weil die Zahlen nur auf Stichproben beruhen. Es gibt zurzeit aber nichts international besser Vergleichbares. Und die Bildungsministerien in Belgien und Deutschland nehmen die Ergebnisse ernst.

Ein Kommentar

  1. Alfons van Compernolle schreibt:

    Es wird wohl bestimmt nicht verkehrt sein , dass wenn man einmal darueber Nachdenken wuerde, ob der Gebrauch von Tabletts / Computer in den Grundschulfaechern eine so gute Idee
    ist. Der Gebrauch des Gehirns beim Lernen und Erlernens , so als es noch vor ein paar Jahren notwendig war , hat uns damalige Schueler/innen , auch im Studium bzw. Berufsausbildung enorm geholfen. Tablett & Smart-Phone als Lernerleichterung , macht den Gebrauch des eigenen Gehirn’s nur schwieriger !!

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