Nicht gemietet – geklaut

Capture d’écran 2014-06-22 à 13.41.21Ein Viertel der 2041 Villo-Fahrräder in Brüssel wurde im Jahre 2011 gestohlen. Im Jahre davor war es sogar ein Drittel. Das steht im Jahresbericht 2011, der dem Brüsseler Parlament vorliegt. Die Fahrräder stehen an 180 Stationen in 16 der 19 Brüsseler Gemeinden und können Tag und Nacht von all denen benutzt werden, die Abonnenten sind oder ein Ticket kaufen. Die Firma JCDecaux betreibt das System weltweit und nutzt zugleich Stationen und Fahrräder für Werbung.

Wieder gefunden

70 Prozent der gestohlenen Fahrräder werden allerdings wieder gefunden. Mit ihrem großen Schutzblech und ihrer kanariengelben Farbe sind sie auffällig genug im Stadtbild. Polizei und villo-Benutzer entdecken gestohlene Räder. Auch Anwohner melden sie beim Betreiber oder geben sie unmittelbar zurück. Die Räder werden, falls notwendig, in Stand gesetzt und dann wieder verwendet. Die restlichen 30 Prozent bleiben jedoch verschwunden. Was die Diebe mit den weithin erkennbaren Räder machen, bleibt ihr Geheimnis.

Die Fahrradstationen sind von sehr unterschiedlicher Attraktivität: An der Spitze liegt der Luxemburg-Platz am Rande des Brüsseler Europaviertels, wo jeden Donnerstagabend die größte Freilicht-Party der Hauptstadt stattfindet.

Benutzerprofil

Die Benutzer der villo-Räder sind übrigens meist männlich, frankophon und jung. Die Zahl der Diebe unter ihnen geht in diesem Jahr weiter zurück. Übrigens braucht sich Brüssel im internationalen Vergleich nicht zu schämen: In Paris werden zum Beispiel jährlich 80 Prozent der Mietfahrräder gestohlen. Trotzdem scheint sich das Verleihgeschäft zu lohnen.

 

Autor: Jan Kurlemann

Tags: Fahrrad

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