Meine Straßenlaternen: Es werde Licht!

mondDer Mond war nämlich die einzige Lichtquelle an diesem lauen Maienabend in Ixelles. Seit mehr als 5 Wochen fühlt sich der Bürger hier in einer Seitenstraße des Nachts in mittelalterliche Zeiten versetzt. Alles begann damit, dass eine Leuchte der Gemeinde nahe des Toreingangs ausfiel. Das kann auch zuhause passieren. Die Birne ersetzt man, so schnell wie möglich, oder je nachdem, wie dringend man die Lichtquelle benötigt.

Nach 2 Wochen gab die zweite Lampe ihren leuchtenden Geist auf. Beide rahmten so ungefähr die Umgebung meines Hauses ein. Ich bin zwar keine ängstliche Person, aber aufgrund eines Einbruchs einige Wochen zuvor fühle ich ein aufkeimendes Unbehagen, wenn ich im Dunkeln nach Hause komme, nach Schlüsseln taste, und dann die zwei Schlüssellöcher quasi im Blindflug aufsperren muss.

Bald war die Geduld vorbei, die «Commune d’Ixelles» muss kontaktiert werden. Das war aber der falsche Ansprechpartner. Denn für die öffentliche Beleuchtung ist Sibelga zuständig. Trotz meiner Französischkenntnisse, lasse ich einen «Native Speaker» anrufen. Nach der üblichen automatisierten Telephonschleife erfährt man, dass der Ausfall öffentlicher Beleuchtungskörper nur nach Meldung behandelt wird. Das bedeutet im Klartext: trotz der Tatsache, dass mein Auto mir den Ausfall des kleinsten Lamperls per Blinken, Zucken, Klingeln oder Piepsen meldet, funktioniert das bei Lampen im öffentlichen Dienst nicht. Bis dorthin ist die computerisiert-automatisierte Meldung, ein Attribut des 21. Jahrhunderts, noch nicht vorgedrungen.

Suspekter Text

Ich melde also den Ausfall zweier Straßenlampen via: http://www.sibelga.be/fr/eclairage-public (Sprachauswahl: Französisch, Niederländisch, Englisch). Die dazugehörige Telefonnumer ist: 02 274 40 66. Bei der on-line Meldung kann man ein kleines Kästchen ankreuzen, um über den Fortschritt der Behebung des Ausfalls informiert zu werden. Gleichzeitig ist aber ein äusserst suspekter Text auf der Website zu lesen:

«5 Tage sind vergangen und nichts ist geschehen»?
Beunruhigen Sie sich nicht. Wir haben Ihre Meldung nicht vergessen. Unsere Techniker sind sicherlich vorbeigekommen, aber die Panne erfordert entweder eine grössere Intervention oder ist nicht einfach zu lösen. Die Lösung dauert sicherlich nicht mehr lange…»

Problem gelöst

Ich bekam vor 1.5 Wochen die freudige Nachricht, dass das Problem gelöst wurde. Am selben Abend war es immer noch stockfinster, bis heute. Ein verwunderter Anruf löste eine noch grössere Verwunderung aus, da der Schaden als behoben erachtet wurde. Ich habe seither eine Taschenlampe griffbereit in der Handtasche. Denn die Lösung dauert sicherlich nicht mehr lange.

Margaretha Mazura

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