La rentrée culturelle in Corona-Zeiten

Von Franziska Annerl.

Im Verlaufe dieser Woche wird der belgische Nationale Sicherheitsrat erneut zusammenkommen, um die aktuellen Corona-Regelungen zu diskutieren. Insbesondere der Kultursektor wird das Ergebnis, vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen, mit großem Interesse verfolgen.

Der Brüsseler Herbst ist normalerweise von zahlreiche Veranstaltungen gekennzeichnet. Man trifft sich wieder nach der (gesellschaftlichen) Sommerpause, startet, im Idealfall gut erholt, wieder mit der Arbeit und genießt die Programme und Aufführungen der neuen Kultursaison.  Aber 2020 ist alles etwas anders: Alle Events müssen Corona-sicher organisiert werden – so, sie denn überhaupt stattfinden. Wegen der Reisebeschränkungen sind die internationalen Künstler und Gäste rar,  Maskenpflicht und Mindestabstände sind zu beachten, neue Regelungen können jederzeit die Planungen verkomplizieren oder zum Erliegen bringen.

Brussels Design September

Vor allem für viele Großveranstaltungen wie z.B. den Zoute Grand Prix im Oktober oder die Antica Namur im November ist dies zu unsicher. Sie wurden von den Organisatoren bereits auf 2021 verschoben. Manche Veranstalter haben sich entschlossen, Corona zu trotzen und heuer gezielt belgische Künstler, Designer oder Gastronomen zu fördern. Auch das jährliche Design-Flagship-Event Brussels Design September passt sich den Gegebenheiten an: Die Bewerbe- und Einreichfristen für die Teilnehmenden wurden Corona-bedingt verlängert. Im Mittelpunkt der rund 100 Mode- und Kunst-Veranstaltungen stehen dieses Jahr dezidiert Kreative aus Brüssel und Belgien, um die von der Krise schwer betroffene Szene zu unterstützen. Die Kreationen von 50 jungen belgischen Designern werden Ende September bei der 2. Ausgabe des Contemporary Design Market bei Tour & Taxis zu bewundern und zu kaufen sein. Zahlreiche Galerien, Geschäfte und Museen organisieren den ganzen September über Ausstellungen und Performances, wobei den Themen Wandel, Upcycling und verantwortungsbewusster Konsum in Corona-Zeiten zentrale Rollen zukommen.
17 Geschäfte plus das Sofitel Le Louise laden bis 27. September zur bereits 7. Uptown Design Tour : Ziel ist, an verschiedenen Orten in „Uptown Brussels“ – damit ist die Gegend von Porte de Namur entlang des Boulevard de Waterloo bis zur Place Louise gemeint – neuen und bekannten Künstlern und Designern aller Richtungen eine Plattform zu bieten. Dieses Jahr machen weniger Läden als üblich mit, aber prestigeträchtige belgische Namen wie La Maison Natan und Diane von Fuerstenberg sind wieder mit dabei. Der Juwelier Manalys zeigt neben den Skulpturen des Briten Sean Henry seine neuesten Schmuck-Kreationen. Im Marie’s Corner Project Store stellt der bekannte belgische Fotograf Yves Ullens aus. Corona-bedingt gelten natürlich gerade in den Geschäften strikte Maskenpflicht und Mindestabstand, und wenn es zu voll wird, muss man draußen warten oder später wiederkommen.

Lüttichs Biennale de l’Image Possible

Vom 19. September bis 25. Oktober findet in Lüttich die 12. Ausgabe der Biennale de l’Image Possible, BIP2020 , statt. Dieses Jahr verlässt die Biennale die Museen und organisiert ihre Hauptausstellungen an zwei ungewöhnlichen Orten: im ehemaligen Decathlon-Geschäft im Stadtzentrum sowie in La Menuiserie, den ehemaligen Schreinerwerkstätten der Stadt. Die BIP möchte verschiedenen Formen von Bildern gegenüber offen sein und alle Möglichkeiten der Fotografie und der visuellen Kunst ausloten. Die Organisatoren sind aber auch offen für an die herausfordernden Zeiten angepasste Eintrittskonzepte: Da sich manche Menschen aufgrund der COVID-19-Krise finanziell stark einschränken müssten, während andere kaum betroffen sind, gelten gestaffelte Ticketpreise von 5, 10 oder 15 Euro. Nachweis wird keiner verlangt.

Für Antiquitätenfreunde

43 Antiquitätenhändler und Galerien laden auch heuer wieder am letzten Septemberwochenende zum Open House Sablon des Brussels Art Square. Um die Place Sablon ist für jeden Geschmack etwas dabei, von moderner über orientalischer Kunst bis zu Skulpturen und antiken Gemälden. Bis 20 Uhr abends (17 Uhr sonntags) sind alle Schaulustigen herzlich willkommen. Die Galeristen betonen, natürlich alle notwendigen Hygiene-Maßnahmen zu setzen, um ein bisschen unbeschwertes Flanieren selbst in Corona- Zeiten noch zu ermöglichen.

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