Keine Lockerung der belgischen Corona-Regeln, dafür mehr Kontrollen

Von Michael Stabenow.

Belgien bleibt bis auf weiteres bei den seit Anfang November geltenden Corona- Beschränkungen. Unter Hinweis auf die wieder deutlich angestiegene Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus warnte Regierungschef Alexander De Croo am Freitagabend mit Blick auf die Weihnachtstage und den Jahreswechsel jedoch vor einer „dritten Welle“ im Land. „Die Zahlen müssen wieder nach unten. Dies hängt von unserem Verhalten ab“, sagte der Premierminister nach einer weiteren Sitzung des sogenannten Konzertierungsausschusses der Spitzen von Föderal-  und Regionalregierungen in Brüssel.

Da die  Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus zuletzt wieder von täglich rund 2000 auf über 3000 angestiegen ist, war allgemein nicht mit einer weiteren Lockerung der Beschränkungen gerechnet worden. De Croo erinnerte daran, dass die zuletzt insgesamt konsequente Befolgung der geltenden Vorschriften es ermöglicht habe, die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von acht Wochen von täglich 22.000 auf den jetzigen, deutlich niedrigeren Stand zu drücken. Zuletzt hatten sich die Berichte über sogenannte verbotene Lockdown-Partys gehäuft. Deutlich empfindlichere Geldstrafen von 750 statt bisher 250 Euro für Teilnehmende sollen dieser Unsitte künftig einen wirksameren Riegel vorschieben.

Der Regierungschef kündigte verschärfte Kontrollen zur Einhaltung der geltenden Corona-Beschränkungen an. Dies soll einerseits für die derzeit für die meisten beruflichen Tätigkeiten obligatorische Telearbeit gelten. Andererseits sollen strengere Kontrollen des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs dafür sorgen (wir berichteten), dass das Virus möglichst nicht nach Belgien eingeschleppt wird.

Eine Neubewertung der im Land geltenden Corona-Beschränkungen ist für Anfang 2021 vorgesehen. Ob dann Friseure, Kosmetiksalons oder auch Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen, ist derzeit ungewiss. So sprach der wallonische Ministerpräsident Elio Di Rupo von einer „extrem kritischen Lage“. Es müsse alles unternommen werden, eine dritte Welle zu verhindern. „Sollte sich die Lage verschlechtern, werden wir gezwungen sein, strengere Maßnahmen zu ergreifen“, sagte Di Rupo. Schlechte Nachrichten gab es auch für Wintersportfreunde. Sollte in den kommenden Wochen im Osten und Südosten des Landes doch noch Schnee fallen, dann werden die wenigen Abfahrtpisten und die zahlreicheren Langlaufloipen für Skiläufer gesperrt sein.

Regierungschef De Croo erwartet, dass in Belgien noch vor dem Jahresende die Impfung gegen das Coronavirus beginnen könne. Es werde aber voraussichtlich bis nach der Sommerpause dauern, bis genug Einwohner des Landes geimpft worden seien.  2021 werde daher ein Übergangsjahr sein.

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