Aktuell, Europa

Jahresempfang der Hessen mit Jean-Claude Juncker

Von Heide Newson

Der Jahresempfang des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier hat in Brüssel seit vielen Jahren Tradition. Nach zweijähriger pandemiebedingter Unterbrechung konnte er nun wieder stattfinden. Aber gleichwohl war er auch ein Abschied von Volker Bouffier, der am 31. Mai sein Amt als Ministerpräsident abgibt.

Zusammen mit der Staatsministerin für Bundes-und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, hatte der Ministerpräsident am 17. Mai rund 400 Gäste in die Landesvertretung in Brüssel eingeladen. Als Festredner kam der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, den eine langjährige Freundschaft mit Bouffier verbindet. Zu den Gästen gehörten unter anderem der ukrainische EU-Botschafter, unzählige EU-Parlamentarier sowie Vertreter*innen aus den internationalen Institutionen und viele Hessen. Dass es bei so viel Politprominenz dann rappelvoll wurde, überrascht wohl keinen. Denn die Hessen sind in Brüssel als interessante sowie bodenständige Gastgeber hoch geschätzt. Und viele waren vor allem gekommen, um sich von Volker Bouffier persönlich zu verabschieden.

In seiner Ansprache ließ Hessens Landesvater 40 Jahre der Präsenz der Landesvertretung in Belgiens Hauptstadt Revue passieren. Vor 40 Jahren habe er in einem sehr kleinen Gebäude eine der ersten Landesvertretungen in Brüssel eröffnet. „Wir waren damals drei Leute,“ betonte er. Da habe sich mittlerweile viel verändert. Bouffier bedankte sich bei seinen Mitarbeitern*innen, einer hochqualifizierten Truppe, der die Landesvertretung ihren ausgezeichneten Ruf zu verdanken habe. Deren Arbeit sei vorzüglich.

Als Ehrengast hielt Jean-Claude Juncker die Festrede. So wie in seiner EU-Glanzzeit redete er locker vom Hocker und begeisterte seine Zuhörer*innen mit einer virtuosen Mischung von Ernsthaftigkeit und Humor.

Volker Bouffier ist ein überzeugter Europäer, das heißt nichts, heißt aber vieles,“ sagte Jean-Claude Juncker. „Er hat nie Abstand von seinen europapolitischen Überzeugungen genommen. Das war nicht immer angesagt. Er hat immer die Stellung gehalten. Er ist mir ein lieber Freund geworden. Wir haben telefoniert, zusammen gesessen, Spaß miteinander gehabt, wir haben miteinander gelacht, aber auch ernsthaft europäische Dinge beredet.“

„Nach einem Gespräch mit Volker Bouffier fühle ich mich in meinem europapolitischen Überlegungen gefestigt,“ fuhr Juncker fort. „Er hat nicht nur Verdienste um das Land Hessen, die sind groß, sondern immer die Europafahne hoch gehalten, auch wenn andere sie niederreißen.“

Ministerpräsident Volker Bouffier hat hier eine sehr große Rolle gespielt,“ so die hessische Europaministerin Lucia Puttrich. Er ist bekanntermaßen der Ministerpräsident, der am meisten in Brüssel gewesen ist, und hier die Interessen Hessens vertreten hat, aber nicht nur die Interessen Hessens, sondern auch die Bedeutung der Länder in Deutschland hier klar aufgezeigt hat.“

Ich habe selbst entschieden, dass ich Schluss mache, das ist sicher anders, als wenn man gehen muss,“ so Hessens Landesvater. „ Ich habe es mir sehr gut überlegt. Sie wissen, dass ich mich im vergangen Sommer entschieden habe. Ich bin sehr dankbar für diese vielen Begegnungen und dass ich die Möglichkeit hatte, für unser Land zu arbeiten. Und wenn dann so die Sonne scheint wie heute, und man schaut so über Brüssel, dann kommen viele Erinnerungen. Aber alles hat seine Zeit.“

Dennoch nahm sich Bouffier , der sich auf der sonnendurchflutenden Terrasse mit einer atemberaubenden Skyline über Brüssel pudelwohl fühlte, viel Zeit für seine vielen Gäste, die ihn in Brüssel stark vermissen werden, was sie ihm mit netten Abschiedsworten und guten Wünschen mehr als einmal mitteilten.

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