Isabelle de Borchgrave in den Farben Brasiliens

BorchgraveVon Margaretha Mazura.

Ihr neuestes Werk wird vom Federschmuck der Amazonas-Indianer inspiriert: Seit Cortéz‘ Invasion Mexikos und der Niederlage des «traurigen Prinzen» Moctezuma galten Federtrophäen als würdiges Geschenk westlicher Herrscher. Diverse Völkerkundemuseen legen davon Zeugnis ab. Die Kunst, Federn einzuweben und einzuflechten, wurde auch von den brasilianischen Indianer im Amazonas-Gebiet ausgeübt. Federn verschiedener Ara-Arten, lokaler Adler, aber auch von Haushühnern, finden sich in prachtvollen Gewändern und Kopfschmuck, zum Beispiel des Parintintin-Stammes.

Isabelle de Borchgrave hat eine ziemlich lange Beziehung zu Brasilien. Vor 30 Jahren war sie zum ersten Mal dort, doch erst der letzte Aufenthalt vor sechs Monaten war ausschlaggebend für ihre derzeitige Ausstellung: die Farbenpracht der Museumsstücke, aber auch die Federnpracht der lebendigen Exemplare haben sich in das Gedächtnis der Malerin eingeprägt. Ihr Traum, diese Pracht zu importieren, scheiterte daran, dass
Federn jeglicher Art, nicht zu reden von Federschmuck, einem Ausfuhrverbot unterliegen. Also kreierte sie, was sie nicht mitnehmen konnte. Das Resultat ist von unbeschreiblicher Schönheit und – wer würde daran zweifeln – gekonntem Trompe l’oeuil. Daher ist jeder Federkopfschmuck, jede Feder, jede bunte Mantille nicht, was sie zu sein scheinen. Immerhin befinden wir uns im Atelier von Isabelle de Borchgrave. Das sagt eigentlich schon alles, und wenn wir das so oft zitierte Wort Magrittes anwenden: Ceci n’est pas une plume, dann haben wir das Wort und die Kunst de Borchgraves auf den Kopf getroffen. Denn alle Federn sind – Sie haben es erahnt – Papier !

Die Kunstwerke sind zu erstehen (ab EUR 1000), aber Günstigeres, als kleines Weihnachtsgeschenk ist im Shop erhältlich, z.B. eine handgmachte Feder (als Kugelschreiber) mit dazu passendem Heft mit Originalumschlag von Borchgrave (EUR 25).

Praktische Information :
Ausstellung bis 18.12.2015
Öffnungszeiten : Di – So 11 – 18 Uhr
Freier Eintritt
http://www.isabelledeborchgrave.com/fr_expos.php?nav2=progress

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