Im Gespräch mit dem Mlouk

axel-gilainVon Ferdinand Dupuis-Panther.

Um den Kontrabassisten Axel Gilain scharen sich der Drummer Lieven Venken sowie der Saxofonist Nicolas Kummert, und am Fender Rhodes hören wir Bram de Looze. Diese vier Musiker haben eine Unterhaltung mit „Mlouk“, wer auch immer sich dahinter verbirgt. Insgesamt acht Kompositionen wurden für das vorliegende Album eingespielt, unter anderem „Pop“, „Black Popeye“, „Blue Am“ und als letztes Stück „Open Ballad“.

Elegisches pur umfängt das Ohr des Hörers, wenn „Souen“ erklingt. Sanft-samtig ist der Klang des Saxofons. Im Hintergrund hört man den Klang von Rasseln und einen verhalten gestimmten Bass. Im Laufe des Stücks ändern sich der Charakter und die Stimmung des Songs. Mehr Lebendigkeit ist zu verzeichnen. Dann ist auch der Moment gekommen, dass der Bass für einige wenige Augenblicke die ungeteilte Aufmerksamkeit erhält, ehe dann Nicolas Kummert seinen Phrasierungen mit dem Saxofon freien Lauf lässt. Unüberhörbare Akzente setzt während dessen Bram de Looze am Fender Rhodes: Ausgebreitet werden „flauschige Klangwolken“ zum intensiven Klang der Messingbecken des Schlagwerks. Wer beim Zuhören nicht Tiefenentspannung erfährt oder sich zum Chillen angeregt fühlt, der ist wirklich selbst schuld.

Eine jazzige Begegnung mit dem schwarzen Popeye
Bei dem Titel „Kien“ – einige der Titel des Albums sind wie „Kien“ auch wirklich kryptisch – hat man den Eindruck, die gute Zeit des Funks feiert ein Revival. Zugleich scheint diese Nummer durchaus tanzbar. Das „Duett“ von Saxofon und Fender Rhodes hat dabei seinen besonderen Reiz. Zu den beiden genannten „Protagonisten“ scheint sich noch Lautsprache als Klangform beizumischen. Widmen wir uns im Folgenden „Black Popeye“, ohne zu wissen, ob das irgendetwas mit der Comicfigur Popeye zu tun hat. Wer „African Market Place“ kennt, den erinnern Harmonien und Melodiefluss des Songs streckenweise an die Komposition von Abdullah Ibrahim. Das gilt vor allem für den Beginn, ehe dann ein Intermezzo folgt, das in den Händen von Bram de Looze liegt, der seine Finger über die Tasten des Fender Rhodes fliegen lässt. Im letzten Drittel des Songs jedoch sind der „Afro-Beat“ und die Harmonienfolgen wieder hörbar, bei denen man kaum ruhig auf seinem Sofa sitzen kann. „Blues Am“ wird geprägt durch Kummerts anmutiges Saxofonspiel, das ein wenig klassisch-konzertant anmutet. Allerdings hatte ich beim Zuhören eher den Eindruck des Balladenhaften als des Blues. Doch dieser Eindruck ist nur eine Frage des Moments. Spätestens dann, wenn Axel Gilain seinen Tieftöner zupft, ist der Blues ganz allgegenwärtig.

Eine offene Ballade

Zum Schluss sei auf „Open Ballad“ eingegangen: „Dom-dum, Do-dada-Do-dada, Dum-dom-dödö“ – das wäre der Versuch einer Lautmalerei, um sprachlich die Einführung der „offenen Ballade“ zu beschreiben. Axel Gilain ist diese Einführung vorbehalten, ehe dann Kummert verhalten-leise seinen Holzbläser einsetzt. Wir vernehmen dabei eine schmelzende Stimme. Getragen ist wohl eine angemessene Charakterisierung für dieses Stück. Durchaus geeignet für die Untermalung eines Strandspaziergangs bei leichter Brise erscheint das, was uns das 4tet zu Gehör bringt. Auch dieser Titel überzeugt durch seine Zurückhaltung. Es gibt nichts Explosives und Exaltiertes. So kann man beim Zuhören entspannen und den stressvollen Alltag hinter sich lassen.

Informations/Informationen

Label

Ragtime Production
http://ragtimeproduction.com/

Musiker

Lieven Venken
http://www.jazzinbelgium.com/person/lieven.venken

Nicolas Kummert
http://www.nicolaskummert.com/

Axel Gilain 4tet

Audio
https://www.youtube.com/watch?v=Fq9S_G0oUPQ
https://vimeo.com/100411986
https://www.youtube.com/watch?v=QcKKO3Msai0
https://www.youtube.com/watch?v=7RWYZLPGe9c

Tags: Jazz, Musik

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