Große Keith Haring Retrospektive im BOZAR

Von Margaretha Mazura.

Wer kennt sie nicht, die Strich- und Linienmännchen, die in grellen Farben und ausdrucksstarken Bewegungen und Positionen an Comic-Strip-Figuren oder Computer-Icons erinnern?

Keith Haring prägte die New Yorker Subkultur der 1980er Jahre mit der ihm eigenen, spontanen Ausdrucksweise und machte sein Werk zur Kunst für alle: “Ich erinnere mich genau an einen Nachmittag, als ich im Freien arbeitete… Alle Arten von Menschen blieben stehen und schauten sich die riesige Zeichnung an, und viele wollten unbedingt ihre Gefühle dazu äußern. Dies war das erste Mal, dass ich realisierte, wie viele Menschen Kunst genießen könnten, wenn sie die Chance bekämen. Dies waren nicht die Menschen, die ich in den Museen oder in den Galerien gesehen habe, sondern ein Querschnitt der Bevölkerung, der alle Grenzen überschritt.“

Keith Haring wurde am 4. Mai 1958 in Reading, Pennsylvania (USA) geboren. Sein Vater, ein Ingenieur, war ein Hobbyzeichner von Comic-Strips. Nach dem Schulabschluss und zwei Semestern an der “Ivy School of Professional Arts”, arbeitete er im Pittsburger Kunst-Zentrum, wo er vor allem die Werke von Jean Dubuffet und Jackson Pollock studierte. Eine Retrospektive des belgischen Künstlers Pierre Alechisky 1977 beeinflusste ihn nachhaltig. Es war daher nicht verwunderlich, dass er in den späten 1980er Jahren eine Liebe zu Belgien entwickelte. Er verbrachte 1987 einen produktiven Sommer in Knokke und organisierte dort eine Einzelausstellung im Casino. In dieser Zeit schuf er auch das große Wandgemälde im MUHKA in Antwerpen.

Keith Haring war mit den anderen Großen der Pop-Art, wie Andy Warhol, befreundet und arbeitete mit Madonna, Grace Jones und Vivienne Westwood zusammen für deren Performances. Er war kein Künstler im klassischen Sinne, er war Aktivist, und trat für seine Ideen ein: er kämpfte in der LGBT-Bewegung und engagierte sich für die AIDS-Hilfe. Er selbst wurde ein Opfer dieser Krankheit und starb 1990 im Alter von nur 31 Jahren. Sein Werk ist ein bewegtes und bewegendes  Zeugnis so universeller Konzepte wie Leben, Tod, Liebe, Sex und Krieg.

Die chronologische und thematische Ausstellung im BOZAR spiegelt das breite Spektrum des Künstlers wider. Mehr als 85 Zeichnungen und Gemälde werden durch Videos, Collagen, Plakate, Wandbilder und Archivdokumente ergänzt. Organisiert wurde die Ausstellung von Tate Liverpool, in Zusammenarbeit mit BOZAR und dem Museum Folkwang, Essen.

Foto:  © Keith Haring Foundation

Praktische Hinweise:

BOZAR

  1. Dezember 2019 bis 19. April 2020

Webseite: https://www.bozar.be/en/activities/148744-keith-haring

Öffnungszeiten:

Di – So 10 bis 18 Uhr
Do  10 bis 21 Uhr

Montags geschlossen

​​​​​​​24. & 31.12.2019: 10 – 16 Uhr
25.12.2019 geschlossen
01.01.2020 geschlossen

 

 

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