Glamour – die 30er Jahre im Kostüm-und Spitzenmuseum Brüssel

240714_Dentelle_0Wenn das Wetter nicht einladend genug ist, in Strandkörben den Wellen zuzusehen und die grosse Zehe in kalte, immer grau aussehende Nordseewasser zu tauchen, oder sich der fiktiven Strandatmosphäre von Bruxelles-les-Bains hinzugeben, gibt es immer noch Museen. Das Brüsseler Kostüm- und Spitzenmuseum widmet sich in der diesjährigen Ausstellung den Dreissigerjahren, die es passend „Glamour“ nennt.

Nach den wilden Zwanzigerjahren, die mit dem Börsenkrach 1929 ein jähes Ende fanden, ist das Jahrzehnt danach geprägt von schlichteren, einfachen Linien. Luxus gibt es noch am Abend, aber der Sport, die Freizeitmode, und auch Kindermode beginnen, das Modebild zu verändern. Was Chanel nach dem 1. Weltkrieg erfolgreich durchgesetzt hat – praktische Kleidung, angelehnt an Männeranzüge und –stoffe – wird weiterentwickelt und findet breite Akzeptanz. Modehäuser wie Chanel, Lanvin, Schiaparelli, machen die Mode zugänglich durch die vielen Modejournale, die nicht mehr wie in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg Exklusivkataloge sind, sondern für jede Dame erschwinglich: Auch wenn man sich das Modell nicht leisten konnte, so wusste man doch, was gerade „en vogue“ war.

Die Ausstellung zeigt Originalmodelle aus der Zeit und setzt sie in den sozial-historischen Rahmen, mit Modejournalen und Filmen. Kinder (oder auch Erwachsene) können an kleinen Puppen das Drapieren von Stoffen ausprobieren. Speziell für Kinder ist das Foto eines Boulevards aus den 30er Jahren gedacht: Sie können sich in Hüten und Capes verkleiden und „Selfies“ vor der Originalkulisse mit ihren Smartphones schiessen. Ein lustiger Einfall, für die ganze Familie.

Praktische Info:

Musée du Costume et de la Dentelle

Rue de la Violette 12

1000 Brüssel

http://www.museeducostumeetdeladentelle.be

Offen: Di – So 10 bis 17 Uhr

Von Margaretha Mazura (Text und Foto)

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