Corona-Beschränkungen in Belgien bis 3. Mai verlängert

Von Michael Stabenow.

Belgien wagt sich nur sehr behutsam an die Lockerung der Vorkehrungen gegen das Coronavirus heran. Der Nationale Sicherheitsrat, dem die wichtigsten Mitglieder der Föderalregierung sowie die Ministerpräsidenten der Regionen des Landes angehören, beschloss am Dienstagabend, die geltenden Beschränkungen weitgehend unverändert bis einschließlich 3. Mai zu verlängern.

Es gehe darum, Etappe für Etappe vorzugehen, um jegliches Wiederaufflackern der Epidemie zu verhindern, sagte Premierministerin Sophie Wilmès. Sie erinnerte daran, dass es nach wie vor weder eine gezielte wirksame Therapie noch einen Impfstoff gegen das Virus gebe.

Ähnlich wie in den Nachbarländern hatte es zuletzt auch in Belgien, unter Hinweis auf die gravierenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie, Rufe nach einer Lockerung der Auflagen gegeben. Der Nationale Sicherheitsrat folgte jedoch weitgehend den Empfehlungen der zehnköpfigen Expertengruppen unter Vorsitz der Antwerpener Medizinerin Erika Vlieghe, die wegen der nach wie vor hohen Infektionszahlen einen restriktiven Kurs empfohlen hatte.

Einzige nennenswerte Änderung ist die Wiedereröffnung von Baumärkten und Gartenbaugeschäften, für die das Frühjahr traditionell als umsatzstärkste Zeit des Jahres gilt. Für diese Geschäfte sollen die gleichen Sicherheitsauflagen wie für Lebensmittelgeschäfte gelten. Der Sicherheitsrat empfiehlt auch das Tragen von Mundmasken überall dort, wo es Schwierigkeiten mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kunden gibt. Die heimische Produktion der Masken soll zwar angekurbelt werden. Derzeit herrscht im Land jedoch noch ein Mangel.

Für die Alters- und Pflegeheime, auf die zuletzt mehr als die Hälfte aller dem Coronavirus zugeschriebenen Todesfälle entfielen, soll es an strikte Auflagen geknüpfte Besuchsmöglichkeiten geben. Voraussetzung dafür ist, dass der Besucher seit zwei Wochen keine für Coronavirus-Erkrankungen typischen Symptome aufweist und der vorgeschriebene Sicherheitsabstand gewahrt bleibt. Eine weitere Voraussetzung sind die Ergebnisse der Tests, denen sich derzeit insgesamt 210.000 Bewohner der Heime sowie die dort Beschäftigten unterziehen müssen. Begründet wurde die Entscheidung zugunsten von Besuchserlaubnissen damit, dass dies zwar nicht frei von Risiken sei, andererseits aber auch den psychischen Problemen der unter Abgeschiedenheit leidenden Heimbewohner Rechnung zu tragen sei.

Noch am Dienstagabend stellte jedoch Wouter Beke, christlich-demokratischer Gesundheitsminister der Region Flandern, die Entscheidung in Frage. Der Beschluss müsse aufgeschoben werden. „Zu wichtig, um schnell-schnell zu handeln“, schrieb Beke auf „Twitter“.

Auch die Wiedereröffnung der Schulen sowie Kindergärten und –tagesstätten wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Allerdings will sich der Sicherheitsrat auf der kommenden Sitzung in der nächsten Woche damit befassen. Dies gilt auch für die knifflige Frage, wann und wie Hotels, Restaurants und Cafés wieder ihre Pforten öffnen können. Da Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt bleiben, werden in diesem Jahr auch beliebte Festivals wie Rock Werchter und Tomorrowland ausfallen müssen.

 

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