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Deutschcafé: Torsten Leuschner: „Weltsprache als Traum und Vision – eine Flaschenpost aus dem Jahr 1907″

19. Dezember 2019

„Träume und Visionen“ heißt in Philipp Bloms Bestseller Der taumelnde Kontinent – Europa 1900-1914 (München: Hanser 2009) das Kapitel über das Jahr 1907. Ausgehend von der internationalen Friedenskonferenz in Den Haag behandelt Blom darin den Pazifismus, den Monte Verità und den Wandervogel, die Erziehungsreformbewegung und den Nudismus, die Theosophie und andere modische Strömungen. Eines der prominentesten und ernsthaftesten Diskussions-themen jener Zeit bleibt jedoch unerwähnt: der visionäre Traum von einer bewusst geplanten, alle Menschen und Nationen verbindenden Weltsprache.

Im Deutschcafé lassen wir die zeitgenössische Debatte über Sinn und Unsinn des Esperanto und anderer Plansprachen Revue passieren und mit ihr die (größtenteils deutsch-sprachigen) Autoren, die sich an ihr beteiligten – von Sprachphilosophen über Sozialisten, Anarchisten und Monisten bis hin zu akademischen Linguisten. Wir gehen von den allgemeinen Lebensumständen der Zeit aus und wählen als Leitfaden drei Kongresse, die innerhalb weniger Wochen im Juli/August 1907 stattfanden: den Esperanto-Weltkongress in Cambridge, den Kongress der Sozialistischen Internationale in Stuttgart und den Internationalen Anarchistenkongress in Amsterdam. Wir fragen, wie die Weltsprachen-Problematik in den betreffenden Bewegungen jeweils thematisiert wurde und was uns die damaligen Argumente heute noch zu sagen haben.

Prof. Dr. Torsten Leuschner lehrt germanistische Sprachwissenschaft an der Universiteit Gent und ist der Präsident des Belgischen Germanisten- und Deutschlehrerverbandes (BDGV). Weitere Informationen zu seinen Forschungsinteressen und Veröffentlichungen finden Sie auf den Seiten der UGent, 2019 interviewte ihn die Deutsche Welle.

Donnerstag, 19.12.2019, 18:00 Uhr |

Raum S.R.119, Rodestraat 14, Stadscampus Universiteit Antwerpen

 

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Datum:
19. Dezember 2019