Erste Stromverbindung mit England

Von Rainer Lütkehus.

Belgien hat seine Stromversorgung wieder im Griff. Am 4. Februar geht der Reaktor Doel 2 wieder in Betrieb und über die erste Untersee-Stromverbindung mit Großbritannien „Nemo“  fließt ab kommenden Donnerstag null Uhr Strom. Das gab der belgische Übertragungsnetzbetreiber Elia bekannt.

Fünf der insgesamt sieben Reaktoren des Königreichs seien am Netz, erfuhr Belgieninfo  auf Anfrage. Nicht in Betrieb seien weiterhin Doel1 bei Antwerpen und Tihange2, 30 km südwestlich von Lüttich gelegen.

Das Unterseekabel „Nemo Link“ erstreckt sich über rund 130 Kilometer von Richborough in der englischen Grafschaft Kent bis nach Herdersbrug an der belgischen Küste. Das im Jahr 2015 gestartete Projekt ist die erste Stromverbindung zwischen dem Vereinigten Königreich und Belgien. Der britische Netzbetreiber National Grid und Elia investierten dafür mehr als 650 Mio. Euro. Noch gibt es keine Stromverbindung mit Deutschland. Aber die ist in Bau und soll Ende 2020 in Betrieb gehen.

Belgien ist seit 2016 kohlefrei

Wie Elia weiterhin dokumentiert, hing die Stromversorgung 2018 zu 34 Prozent von Atomkraft, zu 27 Prozent von heimischen Gaskraftwerken, zu jeweils vier Prozent von Wind-Offshore, Wind-Onshore und Sonnenenergie sowie zu 22 Prozent von Importen ab. Kohle spielte überhaupt keine Rolle. Das letzte Kohlekraftwerk bei Genk hat 2016 seine Produktion eingestellt.

Zurückzuführen sei der geringe Nuklearanteil im Strom-Mix 2018 vor allem darauf, dass im Oktober und November nur ein Reaktor in Betrieb gewesen sei (energate berichtete 186456). Normal sei ein Nuklearanteil von 50 Prozent im Jahresdurchschnitt.

Die sieben Atommeiler Belgien – vier in Doel und drei in Tihange, haben eine Nettoleistung von insgesamt 5824 MW. Alle wurden im Zeitraum 1975 bis 1985 gebaut. Bei drei Reaktoren wurde die Laufzeit um zehn auf 50 Jahre verlängert. Der Atomausstieg, den die belgische Regierung 2003 verkündete hatte, ist immer noch beschlossene Sache. Die ersten AKW sollen 2022 vom Netz gehen; 2025 soll kein Reaktor mehr am Netz sein.

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