Ein Besuch im belgischen Senat

Von Heide Newson.

Das Interesse war groß, als die Belgisch-Deutsche Gesellschaft (BDG) am 19. April ihre Mitglieder zu einer Führung durch den belgischen Senat einlud. Treffpunkt war der Eingang in der Rue de Louvain 13, wo Vorstandsmitglieder der BDG ihre zahlreich erschienenen Gäste begrüßten. Kurz nach 13.15 Uhr startete der Rundgang, der uns durch eine Sicherheitsschleuse mitten ins Zentrum des Senats führte, der wie die Abgeordnetenkammer seinen Sitz im Palast der Nationen hat.

Schon beim Betreten der Eingangshalle mit ihren verspielten dorischen Säulen wurde uns die Meisterhaftigkeit der altehrwürdigen neoklassizistischen Baukunst bewusst. Der Grundstein des Palastes, so erfahren wir von unserer französischsprachigen Führerin, wurde 1779 während der Herrschaft von Kaiserin Maria-Theresia von Österreich gelegt.

Nach einem schmackhaften Imbiss geht´s vorbei an der Säulenhalle, an der sich eine monumentale Treppe, die sogenannte Ehrentreppe befindet. Die Treppe mit einem grünen Teppich führt zur Abgeordnetenkammer, die Treppe links mit rotem Teppich zum Senat. Weiße Marmorbüsten belgischer Premierminister zieren dabei die Gänge. Wir besuchen die Ausschusssäle, den Plenarsaal, den Konferenzsaal und den Lesesaal der Abgeordnetenkammer. Im Senat angekommen, begeben wir uns in den grünen Salon, das Rauchzimmer und den prächtigen Plenarsaal, von dem wir alle stark beeindruckt sind.

Politische Zusammenstellung

Von unserer Führerin, die geschichtliches, politisches und kulturelles Wissen mit Witz und Charme vereint, erfahren wir viel über die politische Zusammenstellung des föderalen Parlaments, das aus zwei Kammern, der Abgeordnetenkammer und dem Senat besteht. In der Abgeordnetenkammer haben direkt gewählte Abgeordnete ihren Sitz, während die Senatoren von den Parlamenten der belgischen Teilstaaten ernannt werden, über die sie ein Mitspracherecht in der föderalen Politik haben.

Wir nehmen die unterschiedlichen Tribünen in Augenschein, die Königliche Tribüne, den Präsidentenstuhl, die Galerie auf der ersten Etage, die für Pressevertreter bestimmt ist, geschichtsträchtige Gemälde und Porträts, sowie die Kästchen mit drei Knöpfen, mit denen die Abgeordneten ihre Stimmen abgeben. Dabei stellen die Mitglieder der Belgisch-Deutschen Gesellschaft nicht nur viele Fragen, die von der Führerin des Senats zu aller Zufriedenheit beantwortet werden, sondern erweisen sich ebenso als kenntnisreiche Experten und Interessierte belgischer Geschichte.

Als ein historisch beeindruckendes Highlight, als etwas ganz Besonderes, umschreibt eine Teilnehmerin die Führung durch den architektonisch atemberaubenden Senat, den sie nur allen Besuchern empfehlen könne.

Ein Kommentar

  1. Ilse leckert schreibt:

    In diesem artikel wird alles gesagt: hervorragender abriss vom besuch einer absolut geschichtsträchtigen einrichtung. Belgien! Ein ganz besonderes land und hier im senat darf man die geschichte dieses landes nachvollziehen, die sich nicht nur auf die rein „belgische“, d.h. Königreich seit 1830, beschränkt, sondern viel weiter reicht. Dieser landstrich war immer mittelpunkt europas und man spürt es beim besuch. Nach 42 jahren in belgien sah ich zum ersten mal das innere des palastes der nationen: ein unvergessliches erlebnis!

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