Die Rente in Belgien ist nicht sicher

Von Rudolf Wagner.

Europaweit stieg der Anteil der Menschen, die trotz Vollzeitjob mit ihrem Geld nicht auskommen, innerhalb von 3 Jahren von 7,2 auf 7,8 Prozent. Das heißt: Millionen Menschen in der EU sind von Armut bedroht, obwohl sie alles tun, um finanziell nicht abzugleiten. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung beschäftigt sich dabei auch mit Belgien.

Unter den 28 EU-Mitgliedsländern steht Belgien bei der Berechnung der sozialen Gerechtigkeit an 11. Stelle. Ihr bestes Zwischenergebnis erzielt das Land bei der Medizin mit dem 5.Platz; die Versorgung erreicht einen großen Teil der Bevölkerung, und die Wartezeiten für eine Behandlung sind vergleichsweise kurz.

Als besonders beunruhigend bewertet die Bertelsmann-Stiftung die Tatsache, dass die arbeitsfähigen Partner in 14,9 Prozent der belgischen Haushalte nur wenig oder keine Arbeit haben. Im benachbarten Luxemburg ist die Vergleichzahl mehr als doppelt geringer: sie liegt nur bei 6,1 Prozent.

Und auch die Kluft zwischen den Generationen vertieft sich. Die Kinderarmut und Jugendarbeitslosigkeit, verbunden mit sozialer Verdrängung, ist von 20,5 auf heute 23,3 Prozent gestiegen. Die Älteren können sich dagegen, statistisch gesehen, beruhigt zurücklehnen. In einer schwierigen Situation befinden sich heute « nur » noch 16,3 Prozent der betagten Mitbürger im Gegensatz zu 23,1 Prozent im Jahr 2009. Das ist viel Konfliktpotential in Blick auf die steigende Lebenserwartung aller Europäer, nicht nur der Belgier. Ihre Renten sind nicht sicher.

Der vollständige Bericht der Bertelsmann-Stiftung „Social Justice Index 2016“ ist in englischer Sprache über diese Adressen zu finden: www.bertelsmann-stiftung.de/en/home/ et www.sgi-network.org.

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